Fußball-EM (7): Eviva España

Amtierender Europameister: Spanien. Abb.: Michel-Online-Katalog

Durchatmen! Nach dem 2:1-Erfolg der deutschen Elf gegen die Niederlande steht die Mannschaft von Bundestrainer Joachim Löw mit einem Bein im Viertelfinale. Das kann ein anderer Mitfavorit noch nicht von sich behaupten – selbst wenn Spanien (zum Auftakt 1:1 gegen Italien) heute Abend Irland schlägt, könnte es im letzten Gruppenspiel gegen Kroatien durchaus noch eng werden. Dabei gelten die Spanier seit 2008 als absolute Überflieger. Vor vier Jahren gewannen sie die EM, zwei Jahre später holten sie auch noch den Weltmeister-Pokal. Anno 2012 könnten sie Fußballgeschichte schreiben – denn der dritte große Titel in Folge würde bedeuten, dass Spanien das erste Land überhaupt wäre, dass einen EM-Titel erfolgreich verteidigt hätte. (…weiter…)

Insgesamt wäre Spanien dann zum dritten Mal Europameister, denn auch 1964 holten sie schon einmal diesen Titel. Seit Ende der 70er-Jahre waren sie bei allen großen Turnieren dabei, mit einer Ausnahme: Für die EM 1992 in Schweden gelang den Spanieren die Qualifikation nicht. Danach – ab der WM 1994 in den USA – begann dann eine Phase, in der bei spanischen Fans und Medien immer wieder der Begriff „Viertelfinalfluch“ geprägt wurde. 1994, 1996, 2000 und 2002 schied Spanien stets in der Runde der letzten Acht aus, wie zuvor übrigens auch schon 1986 und 1960. Wobei 1960 – die erste Europameisterschaft überhaupt – einen Sonderfall darstellt. Damals fanden die Runden bis einschließlich zum Viertelfinale nicht in einem zentralen Gastgeber-Land statt. Nur die Endrunde, bestehend aus den beiden Halbfinals, des Spiels um Platz drei und des Endspiels wurde komplett in Frankreich ausgetragen (Spielorte: Paris und Marseille). In den Runden zuvor wurde im K.O.-System mit Hin- und Rückspiel jeweils ein Sieger ermittelt. Spanien hatte sich im Achtelfinale in zwei Spielen gegen Polen durchgesetzt und sollte nun im Viertelfinale gegen die Sowjetunion antreten. Warum es nie dazu kam, ist bei wikipedia nachzulesen: „Spanien weigerte sich auf Geheiß der damaligen faschistischen Regierung unter Diktator Francisco Franco, in der Sowjetunion zu spielen, obwohl sich die spanische Mannschaft auf dem Weg in die UdSSR bereits am Flughafen in Madrid versammelt hatte. Die Führung der Sowjetunion lehnte ihrerseits eine Austragung auf neutralem Boden ab. Die beiden Spiele wurden von der UEFA mit jeweils 3:0 für die Mannschaft der UdSSR gewertet. Spanien musste zudem noch eine Konventionalstrafe zahlen.“

Doch beschäftigen wir uns lieber mit der heutigen Nationalelf Spaniens. Wenn man sich den Kader so ansieht, kann man als interessierter Fußballfan durchaus schon ins Schwärmen geraten. Iker Casillas, Raúl Albiol, Sergio Ramos, Alvaro Arbeloa, Xabi Alonso (allesamt von Real Madrid), Victor Valdés, Gerard Piqué, Andrés Iniesta, Xavi Hernández, Cesc Fàbregas, Sergio Busquets, Pedro Rodriguez (alle vom FC Barcelona), dazu auch noch Superstar Fernando Torres vom FC Chelsea – wer soll dieses Ensemble von Ausnahmesportlern eigentlich aufhalten? Wie es gehen kann, demonstrierte Italien vor einigen Tagen. Wer gegen die Spanier eine Chance haben will, muss vor allem taktisch dagegenhalten und darf sich nicht von den exzellenten Technikern im Team überrollen lassen. Denn eines dürfte klar sein: Spielerisch und im Hinblick auf die individuellen Stärken der einzelnen Spieler hat kaum eine Mannschaft im Wettbewerb eine ähnliche Klasse aufzubieten wie Spaniens Coach Vicente del Bosque.

Die erste Akt-Briefmarke der Welt erschien 1930 in Spanien. Abb.: Michel-Online-Katalog

Noch ein Blick auf die Briefmarken Spaniens: Diese gibt es bereits seit 1850, wobei die MiNr. 1 (in zwei Varianten) zumindest in gestempelter Erhaltung noch immer sehr günstig zu bekommen ist (18 bzw. 20 Euro Katalogwert). Bei den folgenden Werten müsste jemand, der Spanien komplett zusammentragen wollte, aber schon deutlich tiefer in die Tasche greifen. MiNr. 5 aus derselben Freimarken-Serie schlägt in der günstigsten Erhaltung – das wäre hier ebenfalls gestempelt – mit 2400 Michel-Euro zu Buche. Insgesamt wurden für Spanien bis heute etwa 4700 Hauptnummern vergeben; 27 Sätze befassen sich mit dem Thema Fußball. Das Versandhaus Sieger attestiert Spanien „eigenständig gestalteten Marken in perfekter Druckqualität“ und spricht daher von einem empfehlenswerten Sammelgebiet. Und weiter: „Weltberühmt wurden die drei Marken der Goya-Serie von 1930 mit dem Gemälde ,Die nackte Maja‘, die erste Aktbriefmarke der Welt, seinerzeit eine absolute Sensation.“ Als Wertnote setzt Sieger eine „2-3“ an, der durchschnittliche Monatsaufwand liege bei etwa 7,80 Euro.

 

 

 


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Verfasst von: Torsten Berndt

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