Fußball-EM (9): Arschawin & Granat

Russische Fußballmarke aus dem Jahr 2010.

Abb.: Michel-Online-Katalog

4:1 gegen Tschechien, 1:1 gegen Gastgeber Polen – es hätte definitiv schlechter laufen können für die russische Mannschaft bei der diesjährigen Fußball-Europameisterschaft. Mit einem Sieg gegen Griechenland könnten die Russen heute den Einzug ins Viertelfinale perfekt machen. Dabei hat sich Superstar Andrej Arschawin (30) von Zenit St. Petersburg bislang noch gar nicht in den Vordergrund gespielt – der neun Jahre jüngere Alan Dzagoev (drei Tore im Turnier) stiehlt dem Altmeister derzeit so ein bisschen die Show. Wenn auch Arschawin noch zulegt, könnte Russland sogar um den Titel mitspielen. (…weiter…)

Arschawin, Dzagoev – okay, die Namen kennt man als geneigter Fußballfan. Mit Pavel Progrebnyak (FC Fulham) können Bundesliga-Beobachter auch noch etwas anfangen, schließlich spielte er noch bis vor kurzem beim VfB Stuttgart. Die Namen Akinfeev und Pavlyuchenko hat man natürlich auch schon mal gehört. Aber sonst? Hand aufs Herz: Kennen Sie Spieler wie Kirill Nababkin, Denis Glushakov, Sergej Ignashevich oder Vladimir Granat? Nein? Dann liegt das sicher daran, dass die russische Liga hierzulande nur sehr wenig Beachtung findet. Über die Top-Ligen aus Italien, Spanien, England oder Frankreich wird man auch in deutschen Medien ganz gut informiert, über den russischen Fußball weiß man hingegen eher wenig. Das birgt natürlich die Gefahr, diese Liga von vornherein zu unterschätzen, doch ebendies wäre ein Fehler – denn der Fußball, der dort gespielt wird, kann sich durchaus sehen lassen. Ins Blickfeld deutscher Anhänger kommt der russische Fußball aber normalerweise nur dann, wenn russische Vereine in der Champions League oder der Europa League auf deutsche Mannschaften treffen. Es besteht immerhin eine gute Chance, dass sich dies in absehbarer Zeit ändert: Russland wird die Fußball-WM 2018 ausrichten und die russische Liga damit mehr oder weniger automatisch eine größere mediale Aufmerksamkeit erfahren.

Wenn es nach Trainer Dick Advocaat geht, dann darf sich die Fußballwelt gern auch schon früher über die Qualität des russsichen Spiels wundern. Die EM bietet dafür momentan eine Plattform, die der Niederländer mit seinem Team gern nutzen würde. „An einem guten Tag kann meine Mannschaft jeden schlagen“, gibt sich Advocaat kämpferisch und optimistisch zugleich.  Die deutsche Elf sollte jedenfalls gut hinschauen, was Russland heute gegen Griechenland abliefert – im Viertelfinale könnte Russland nämlich Gegner der Deutschen werden.

Fußball auf Briefmarken – in Russland eher eine Seltenheit.

Abb.: Michel-Online-Katalog

Werfen wir noch einen Blick auf die Turnier-Historie Russlands und damit auch auf die der Sowjetunion – denn der Weltfußballverband FIFA erklärte die russsiche Mannschaft einst ganz offiziell zum direkten Nachfolger der Nationalmannschaften der GUS und der UdSSR. Zu Zeiten der Sowjetunion erlebte der russische Fußball seine bis heute erfolgreichste Zeit – viermal erreichte man das Endspiel einer Europameisterschaft, eines davon konnte man gewinnen. Bei der WM 1966 in England erreichte man immerhin Platz vier (das Spiel um Platz drei ging gegen Portugal verloren; zuvor unterlag man Deutschland im Halbfinale). Seitdem die Mannschaft wieder als Nationalelf Russlands antritt, läuft es sportlich allerdings nicht mehr besonders gut. Ein Achtungserfolg gelang 2008, als man sich im Halbfinale erst dem späteren Europameister Spanien geschlagen geben musste.

Für russische Briefmarken (ohne Lokalausgaben) hat der Michel bislang rund 1800 Hauptnummern vergeben, wobei zwischen 1923 und 1992 naturgemäß keine eigenen Marken für dieses Gebiet erschienen sind. Die Erstausgabe Russlands kam am 10. Dezember 1857 zur Ausgabe. Nur vier Werte Russlands thematisierten bislang den Fußball (zwei von ihnen bilden wir hier ab). Ein dickes Lob kommt vom Versandhaus Sieger: „Die Briefmarken des neuen Russlands sind ein herrliches Sammelgebiet – vielfältig, farbenfroh, perfekt gedruckt, und was in der heutigen Zeit selten geworden ist, sie sind besonders preiswert.“ Seit Beginn der philatelistischen Neuzeit habe der durchschnittliche Monatsaufwand nur rund 3,90 Euro betragen – Sieger bewertet dies mit „1-2“.

 

 

 


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Verfasst von: Torsten Berndt

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