Fußball-EM (12): Rooney steigt ein

Abb.: Michel-Online-Katalog

Sechs der acht Viertelfinal-Teilnehmer bei der „Euro 2012“ stehen fest. Heute Abend entscheidet sich, welche beiden Teams des Feld komplettieren werden. In der „Verlosung“ sind Frankreich, Gastgeber Ukraine – und England, das „Mutterland des Fußballs“. Das 3:2 der Engländer im zweiten Gruppenspiel gegen die damit ausgeschiedenen Schweden war das bisher vielleicht spannendste Spiel des Turniers. Die Fußballwelt ist vor allem darauf gespannt, ob Superstar Wayne Rooney, der bislang gesperrt war und erst heute in den Wettbewerb einsteigen darf, den „Three Lions“ entscheidende Impulse geben kann. (…weiter…)

Seit sage und schreibe 46 Jahren warten die englischen Fußballfans auf einen Titelgewinn ihrer Nationalmannschaft. Erst ein einziges Mal hat es geklappt – 1966 bei der WM im eigenen Land. Dass dieser einzige Titel am Ende wohl nur durch das legendäre „Wembley-Tor“ (das natürlich keins war) möglich wurde, gehört zu den unvergesslichen Geschichten des Fußballsports, der in England einst seinen Anfang nahm. Wobei das streng genommen nicht so ganz stimmt, denn schon im 3. Jahrhundert v. Chr. soll es in China ein fußballähnliches Spiel gegeben haben, welches damals wohl Teil einer militärischen Ausbildung war. Historiker spekulieren darüber, dass sich im Laufe der Jahrhunderte (bis etwa 600 n. Chr.) sogar eine Art Profiliga bildete. Es gilt als sicher, dass in dieser Zeit erste Spielregeln, die entfernt an die heutigen erinnern, eingeführt wurden. Allerdings: 100 Jahre später war dieses Spiel wieder vollständig verschwunden.

Im Mittelalter kam dann in England ein fußballartiges Spiel auf. Dabei wurde versucht, in einem Aufeinandertreffen zweier Dörfer einen Ball in das gegnerische Stadttor zu befördern. So konnte ein „Spielfeld“ auch durchaus schon mal mehrere Kilometer groß sein. Regeln gab es allerdings hier nicht wirklich – weshalb es oft brutale Fouls und schlimme Verletzungen gegeben haben soll. Auch in Italien und Frankreich gab es ähnlich „ruppige“ Ansätze. Der Durchbruch des Fußballspiels gelang dann Mitte des 19. Jahrhunderts, als Studenten der Universität Cambridge verbindliche Fußballregeln aufstellten, die Wettkämpfe zwischen den verschiedenen Universitäten ermöglichten. Bis etwa 1897/98 wurden diese Regeln ständig ergänzt, erweitert und perfektioniert. Der Fußball in seiner heutigen Form war geboren. Wer sich für die Geschichte des Fußballsports interessiert, findet beispielsweise im Online-Lexikon wikipedia einen interessanten Artikel hierzu.

Zurück in die Gegenwart, zurück zum heutigen englischen Fußball. Mit den ersten beiden Spielen bei der EM haben die Jungs von Trainer Roy Hodgson zwar noch nicht vollends überzeugt, aber durchaus das eine oder andere Ausrufezeichen gesetzt. Gerade gegen Schweden konnte der neutrale Beobachter einen frischen, offensiven, mutigen Fußball beobachten, der zwar von zahlreichen Fehlern geprägt war, dadurch aber erst ein munteres Spielchen ermöglichte. Die gern bemühte Floskel „offener Schlagabtausch“ trifft es hier wohl ganz gut. Bei aller Rivalität zwischen deutschen und englischen Mannschaften darf man auch als deutscher Beobachter durchaus anerkennen, dass das zumindest ganz ansehnlich war, was die Engländer da gegen Frankreich und Schweden abgeliefert haben. Und heute stößt eben auch noch Wayne Rooney in ein Team, das ohnehin schon aus Siegertypen besteht – mit Gary Cahill, John Terry, Ashley Cole und Frank Lampard kommen allein vier Spieler vom aktuellen Champions-League-Sieger FC Chelsea. Fast alle Kaderspieler stehen bei den großen englischen Mannschaften unter Vertrag – Manchester United, Manchester City, FC Liverpool, Arsenal London, Tottenham Hotspur… Kein einziger Engländer spielt derzeit in einer ausländischen Liga. Man kennt sich also aus der Premier League. Die Frage, ob England endlich mal wieder in der Lage ist, bei einem großen Turnier Großes zu erreichen, ist indes ähnlich schwer zu beantworten wie in den Jahren zuvor. Eigentlich hatte man England immer irgendwie auf der Rechnung, doch konnte die Mannschaft die hohen Erwartungen viel zu selten erfüllen.

Englische Marke zu Ehren des deutschen Fußballs.

Abb.: Michel-Online-Katalog

In Großbritannien ist nicht nur der Fußball beheimatet, sondern auch die Philatelie. Am 6. Mai 1840 erschien hier die erste Briefmarke der Welt, die „One Penny Black“. Bis heute sind für das Vereinigten Königreich (ohne Kolonien und Nebengebiete) gut 3500 Hauptnummern im Michel verzeichnet. Zum Thema „Fußball“ gibt der Michel-Online-Katalog 15 Sätze aus. Der erste bestand aus drei Werten und erschien zur WM 1966. Auch die Erfolge der deutschen Fußball-Nationalmannschaft wurden bereits auf einer britischen Briefmarke gewürdigt. „Heute zählen die britischen Marken zu den besten der Welt“, lobt das Versandhaus Sieger in seinem Wertcheck. Für jeden Freund der englischen Kultur, der englischen Lebensart und des englischen Stils sei es eine Freude, aus den Marken dieses Landes eine Sammlung zusammenzutragen. „Vom Dudelsackpfeifer bis zum Fußballspieler, vom Rolls Royce bis zur Concorde, vom englischen Bobby bis zur Prinzesin Diana, vom Bauernhaus bis zum Buckingham-Palast – alles finden Sie auf diesen Marken“, meint Sieger. Der durchschnittliche Monatsaufwand liegt derzeit bei etwa 5,50 Euro. Eine Wertnote wurde von Sieger nicht vergeben.

Damit haben wir Ihnen alle Teilnehmer-Länder der EM in dieser Serie vorgestellt. Weitere Folgen wird es zu den noch kommenden Spielen der deutschen Mannschaft geben – und in jedem Fall zum Endspiel. Bis hierhin danken wir für Ihr Interesse und verweisen auf die bisherigen Folgen der Serie, die Sie auf dieser Seite gesammelt finden und nachlesen können.


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Verfasst von: Torsten Berndt

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