Marke der Woche: Old Ironsides

Die USS Constitution von 2012

Die aktuelle US-Sondermarke

Die US-amerikanische Postverwaltung würdigt am 18. August die Segelfregatte „USS Constitution“ mit einer Sondermarke. Hintergrund ist das Gedenken an den sogenannten „Krieg von 1812“, der auch von Kanada und Jersey philatelistisch umgesetzt wurde. In diesem Krieg griffen die jungen Vereinigten Staaten im Norden das britische Kanada an. Begründet wurde dies mit einer Vielzahl britischer Übergriffe, gleichzeitig muss man aber sehen, dass US-Präsident Madison durchaus nationalistische und auch innenpolitische Motive für diesen Schritt hatte. (…weiter…)

Kanadischer Zusammendruck

Die Ausgabe aus Kanada

Und der Zeitpunkt schien günstig: Großbritannien kämpfte in Europa einen erschöpfenden Krieg gegen Napoleon und war in Nordamerika nur noch mit geringer militärischer Präsenz vertreten. Gewinne brachte dieser Konflikt für keine der beiden Kriegsparteien, die USA mussten vielmehr etliche Niederlagen einstecken, bishin zur Besetzung ihrer Hauptstadt Washington, deren öffentlichen Gebäude von den Briten niedergebrannt wurden. Aber auch den Briten sollten die Jahre dieses Konflikts in die Knochen fahren, denn sie verloren ihren Nimbus der Unbesiegbarkeit auf See. Und hier beginnt die große Geschichte der USS Constitution.

Zudruck von 1933

Zudruck von 1933

Zudruck von 1934

Zudruck von 1934

1797 vom Stapel gelaufen, war die Fregatte USS Constitution gemeinsam mit einer Handvoll Schwesterschiffe Teil der grundlegenden Neuschaffung der US-Marine. Deren Aufgabe konnte nicht im Seekrieg liegen, die britische und vormals auch die französische Marine waren für die kleine Nation niemals zu überflügeln. Vielmehr sorgte sich der nun unabhängige Staat um den Schutz seiner lebenswichtigen Handelsflotte, die es fortan selbst zu schützen galt. Insbesondere im Mittelmeer hatte es zahllose Übergriffe nordafrikanischer Kaperschiffe auf amerikanische Frachtsegler gegeben, etliche Geiseln saßen in den Kerkern von Tripolis. Im ersten so genannten „Barbareskenkrieg“ war die USS Constitution federführend beteiligt und zeigte die Stärke des neuen Schiffstyps. Denn was man in Boston entwickelt hatte, war keine Fregatte europäischer Bauart, sondern es handelte sich um eine „übergroße“ Fregatte, länger, robuster und deutlich schwerer bewaffnet. Damit waren diese Schiffe zwar keinen Linienschiffs-Verbänden gewachsen, sie vermochten aber, wie sich zeigen sollte, in Einzelgefechten andere Fregatten zu besiegen.

Marke zum 150. Geburtstag

Marke zum 150. Geburtstag

Als britische Geschwader nach Beginn des Krieges 1812 vor der amerikanischen Küste auftauchten, um Häfen zu blockieren und den Handel zu stören, bemühte sich die kleine US-Marine, einzelne britische Fregatten zu isolieren und im Kampf Schiff gegen Schiff auszuschalten. Dies mit durchschlagendem Erfolg. Im ersten dieser Gefechte erwarb die USS Consitution auch ihren legendären „Spitznamen“. Vor der Küste Neuschottlands traf sie auf die HMS Guerriere, die direkt zum Angriff überging. Doch der britische Kommandierende Dacres musste mit Schrecken feststellen, dass sein amerikanischer Gegner einerseits in der Beherrschung seines Schiffes ebenbürtig war, andererseits die stärkere Bewaffnung und stabilere Bauweise der USS Constitution dazu führten, dass die britische Guerriere innerhalb von einer halben Stunde zu einem manövrierunfähigen Trümmerhaufen zusammengeschossen wurde, während die britischen Kugeln teils von den 53 cm dicken Bordplanken der Constitution aus Virginia-Eiche einfach abprallten. Die Legende lässt hier einen Matrosen ausrufen: „Hurrah! Ihre Seitenwände sind aus Eisen!“ – Die „Old Ironsides“ sollte noch zwei weitere Seegefechte mit ähnlichem Resultat entscheiden. Für die Briten war dies ein Schlag ins Geschicht. „Britannia rule the waves…“? Nein, gedemütigt von der abdrünnigen Kolonie verlor Großbritannien zwar nicht die Seeherrschaft, aber zumindest den jahrhundertealten Ruf der Unbesiegbarkeit.

Museumsschiff

Die „Ironsides“ als Museumsschiff

So geschah es, dass die USS Constitution selbst zu einer Art Kriegsheldin wurde. Trotz immenser Kosten hielt man sie lange in Schuss. Selbst nach einer Zeit im Trockendock und als Museumsschiff mochten sich die US-Amerikaner nie von ihrer „Old Ironsides“ trennen. Heute liegt sie, wieder in ihrer ursprünglichen Form rekonstruiert, im Hafen von Charlestown. Zu ihrer 200-Jahr-Feier segelte sie erstmalig wieder ohne Schlepperdienst und gilt damit nicht nur als ältestes Kriegsschiff im Dienst sondern trägt sogar den Titel des ältesten noch einsatzfähigen Schiffs der Welt,

Beleg zum 200. Geburtstag

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Verfasst von: Jan Sperhake

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