Marke der Woche: Tim und Struppi

Tim_und_Struppi_Briefmarke_aus_MonacoDie Comics des Belgiers Hergé gehören bis heute zu den beliebtesten und am weitesten verbreiteten Werken der Unterhaltungsliteratur. Und obwohl der Schöpfer bereits 1983 verstorben ist, kann sein Werk auch heute noch eine wachsende Leserschaft verzeichnen. Dabei fallen natürlich Übersetzungen in andere Landessprachen in der Regel stark ins Gewicht. In der Regel – aber diese wird ja bekanntlich von der Ausnahme bestätigt. Denn in Monaco feiert man aktuell auf Sondermarke die Übersetzung eines weiteren Bandes in den heimischen Dialekt. Das ist natürlich originell, aber sprechen können diese alte Sprache heute kaum noch Zeitgenossen. Somit dürfte diese literarische Übertragungsleistung sicherlich ein großer Schritt für Monaco sein, ein kleiner jedoch für die Menschheit, aber das ist in diesem Zusammenhang schlichtweg egal. Vielleicht gewinnen ja die einen oder anderen monegassischen Comicfans dadurch Motivation, sich ihrer Heimatsprache anzunehmen. Für den Sammler hingegen ist keine Sprache zu klein, um nicht ein würdiges Plätzchen im heimischen Devotionalienschrank zu ergattern. (…weiter…)

Damit liegen ab 2012 nun drei „Tintin“-Bände in monegassischer Sprache vor. Aktuell handelt es sich um den „Schatz Rackhams des Roten“ aus dem Jahre 1944, eine abenteuerliche Jagd nach einem Piratenschatz. Das Thema passt gut zu Monaco, nicht etwa als Anspielung auf den Status als Steuerparadies, sondern weil die Regionen der östlichen Provence und Liguriens seit der Antike berüchtigt für ihr Piratenunwesen waren und dies auch für gut 2000 Jahre bleiben sollten. Unter genuesischer Herrschaft wandelte sich das Bild – allerdings nur für die nördlichen Anrainer. In den nordafrikanischen Handelsstädten hingegen verzeichnete man eine dramatische Zunahme der „Piraterie“, was in unseren Geschichtsbüchern natürlich als „Rückgewinnung der Meere (für die europäischen Kulturnationen)“ beschrieben wird… Die Methoden waren allerdings die gleichen.

Die Frage nach Schurke und Held ist in den Comicheften hingegen ungleich einfacher zu klären. Und das Gute siegt stets, wenn auch gelegentlich in tolpatschigem Gewand. Wir warten in Vorfreude auf die Sondermarke zum vierten Band in mongassischer Sprache.

 


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Verfasst von: Jan Sperhake

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