Rare Darmstädter Versuchs-Heftchen

Vom einstigen Postpreis (eine Mark, 1960) ist das erste Heuss-Versuchsheftchen auf Preise von mehr als 2000 Euro geklettert.

Vom einstigen Postpreis (eine Mark, 1960) ist das erste Heuss-Versuchsheftchen auf Preise von mehr als 2000 Euro geklettert.

Es gibt einige herausragende Beispiele für Emissionen aus jüngeren Jahrzehnten, die im Marktgeschehen mit überdurchschnittlichen Kursen glänzen können. Ein außergewöhnliches Markenheftchen wurde zum Hauptgewinner des Jahrgangs 1960 unter den Ausgaben der Bundesrepublik. In Westdeutschland wurden damals vor allem Besonderheiten der Dauerserien, die nicht jeder erhalten oder unbegrenzt beschaffen konnte, zu langfristigen Siegern in der Preisentwicklung. Bei den Ausgaben der Bundesrepublik zählen zu solchen Extras die ersten Markenheftchen mit Dauerserienwerten der Zeichnung Heuss III von 1960, der teuersten Emission jenes Jahres aus Deutschland. (…weiter…)


In Darmstadt, wo sich das Posttechnische Zentrum der Deutschen Bundespost befand, testete man damals auch neue MH-Versionen mit vereinfachter Produktionstechnik ohne Klammerung, mit einem dünneren gefalteten Deckelkarton, der links mit dem Heftchenblatt verleimt wurde. Für die ersten Versuche mit dem Verkauf aus Automaten entstand in einer Kleinstmenge von 2000 Stück das Markenheftchen 5, für dessen Herstellung normale Schalterbogen der Dauermarke zu 10 Pfennig mit dem Heuss-Medaillon dienten. Zehn solcher Exemplare von MiNr. 303 sind darin als Heftchenblatt 9 eingeklebt, wobei teils die unterschiedlichen Randnummern-Drucke der Markenbogen erhalten blieben. Vom 19. Januar bis Ende August 1960 lief der Verkauf ausschließlich beim Posttechnischen Zentralamts der Post in Darmstadt, zum Heftchenpreis von einer Mark.

Heute ist das MH 5 das Spitzenstück unter den Markenheftchen der Bundesrepublik Deutschland. Die steile Preisentwicklung spiegelt die wachsende Popularität dieses Sammelgebiets, das Spezialisten wie normale Liebhaber solcher Emissionen verbindet. 1970 konnte das „Versuchsheftchen I“ mit Heuss III von 1960 bereits 300 Mark nach Michel- Deutschland-Spezial-Katalog verbuchen. 20 Jahre später hatte man die Bewertungen auf 5000 Mark für postfrische Stücke ohne Randnummer katapultiert (MH 5a). Inzwischen sind Katalogkurse von 5500 Euro zu verzeichnen. Ausführliche Infos zur Wertentwicklung finden Sie in der Rubrik „Markt-Spiegel“ unserer Juni-Ausgabe. Das Heft erhalten Sie ab 31. Mai am Kiosk und im Bahnhofsbuchhandel. Abonnenten genießen einen Preisvorteil und in der Regel eine deutlich frühere Zustellung.


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Verfasst von: Torsten Berndt

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