Fünf ist seit 20 Jahren „trümpf“

Postleitzahlen auf Marken.Vor 20 Jahren, am 1. Juli 1993, führte die Post fünfstellige Postleitzahlen ein. Die Wiedervereinigung Deutschlands machte diese Neuordnung notwendig.

Bereits 1917 hatte Carl Bobe ein Zahlensystem zur Gliederung des Postgebietes entwickelt, das jedoch nicht verwirklicht wurde. Erst 1941, als ortskundige Postler kriegsbedingt fehlten und Hilfskräfte zum Sortieren der Sendungen eingesetzt werden mussten, führte die Post zunächst Leitgebiete für Päckchen und 1943 ein- und zweistellige Postleitzahlen (Gebietszahlen) ein, von 1 für Berlin bis 24 für die Oberpostdirektionen Hamburg und Kiel. Sie wurden mehrfach erweitert und galten nach Ende des Krieges zunächst fort, angepasst an die neue Grenzziehung und damit reduziert auf 17, zudem feiner untergliedert, etwa in 24 a und 24 b. Als sich dieses System nicht mehr als zukunftsfähig erwies, gab es ab 1962 in der Bundesrepublik einschließlich Berlin (West) neue Postleitzahlen. Sie waren je nach Ortsgröße ein- bis vierstellig, später durch Aufnullung einheitlich vierstellig. Das ermöglichte die Automatisierung der Postbearbeitung.

Die DDR einschließlich Berlin (Ost) folgte am 1. Januar 1965 mit einem eigenen, ähnlichen System, zunächst zwei- bis vierstellig und ab Anfang 1978 durch Aufnullung ebenfalls vierstellig. Dabei nutzte die DDR aber nicht die von der Deutschen Bundespost bewusst für sie reservierten Zahlenbereiche. So kam es zu Überschneidungen und als Folge davon zu Fehlleitungen (etwa 53 für Bonn und für Weimar). Das sollte dann durch Voranstellung von 0 bzw. X – nach der Wiedervereinigung von VGW und VGO – vermieden werden.

Die jetzigen fünfstelligen Postleitzahlen ermöglichen es, für Großkunden und für Postfachadressen eigene Postleitzahlen zu vergeben. Zudem ist die Untergliederung des Bundesgebietes sehr viel engmaschiger als bei den alten Zahlen. Die Bevölkerung nahm die neuen Postleitzahlen schnell an, was auch an den erfolgreichen Werbekampagnen der Post lag („Rolf“ erklärte uns, dass „fünf“ jetzt „trümpf“ ist). Die moderne Postbearbeitung ist ohne dieses bewährte System nicht vorstellbar.


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Verfasst von: Torsten Berndt

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