Zinnober Zacke: Reklamefelder

Zinnober ZackeEine Freundin meiner Mutter ist vor Jahren nach Kanada ausgewandert. Neulich fand meine Mutter einen ganzen Stoß Briefe ihrer Freundin wieder.

Toll, da gab es auf einmal jede Menge kanadischer Briefmarken! Auf einem Brief war ein Zusammendruck verklebt – das erkannte ich sofort. Komisch fand ich aber, dass eine Briefmarke nur Text enthielt. Also kein Bild – und auch keine Wertangabe.

Briefmarke nur mit Text?

Ich lief zu Dr. Phil. Wir schlugen im Katalog nach und fanden heraus, dass mein Zusammendruck sogar ein ganzes Heftchenblatt war. Es hatte also jemand eine komplette Seite aus einem Markenheftchen entfernt und aufgeklebt. Da das nicht ganz so oft passiert, sind Heftchenblätter in gebrauchter Erhaltung nicht besonders häufig.

Dr. Phil erzählte, dass die Marke mit dem zweisprachigen Text ein Reklamefeld und keine Briefmarke ist. Hier macht die Post Werbung fürs Briefmarkensammeln („Die Briefmarken Kanadas – wert, gesammelt zu werden“). Briefmarkensammler trennen solche Reklamefelder natürlich nicht von den anhängenden Briefmarken. Im Katalog werden die losen Reklamefelder nicht aufgenommen, wohl aber Zusammendrucke mit Reklamefeldern. Ach, ganz interessant: Reklamefelder gab es früher mal auch in Deutschland, zum Beispiel bei der Heuss-Serie der Bundesrepublik.

Die Ränder des kanadischen Heftchenblattes sind übrigens geschnitten, sodass man die 2-C-Briefmarken vom linken Rand von denen vom rechten Rand unterscheiden kann. Klar, dass Dr. Phil das in seiner Sammlung beachtet! Dabei sind nicht alle Varianten gleich häufig, denn die 2-C-Briefmarke links geschnitten gibt es doppelt so oft wie die rechts geschnittene.

Dr. Phil kramte noch ein paar kanadische Briefmarkenheftchen hervor. Meine Liebelingsheftchen war schnell entdeckt: das mit den Superhelden! Auch dieses Heftchen ist zweisprachig beschriftet.

Zinnober Zacke

Dr. Phil informiert

An dem Heftchenblatt kann man gut sehen, dass Kanada zweisprachig ist: Die Mehrheit der Kanadier spricht englisch, aber etwa 20 Prozent sprechen überwiegend französisch. Nur knapp 18 Prozent sprechen beide Sprachen. Die Kanadier haben das Recht, alle Leistungen des Bundes in der von ihnen gewünschten Sprache in Anspruch zu nehmen. Und da die Post eine Bundeseinrichtung ist, muss sie die Briefmarken in Englisch und Französisch beschriften. Zum Glück wird der Landesname in beiden Sprachen gleich geschrieben – aber alle anderen Beschriftungen sind tatsächlich zweisprachig ausgeführt.

reklamefelder abbildungen


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Verfasst von: Torsten Berndt

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