Marke der Woche: Brian!

Chaplin in ArbeitskleidungWas haben Kuba, die USA und der Vatikan gemeinsam? Ja, jetzt lachen Sie und sagen bestimmt: „Ist doch klar, in allen drei Ländern glaubt man nicht an die Demokratie, sondern möchte den dummen, dummen Menschen lieber vorschreiben, wie sie zu leben haben!“ Aber nein, das meinten wir nicht. Uns ging es um die Sondermarkenmotive der drei Markenländer. Kleiner Mann mit charakteristischem Oberlippenbärtchen? Ja, jetzt ist der Groschen gefallen… aber nein, nicht der – der andere!

Es gibt aber nicht nur aus den USA und Kuba Sondermarken zu Ehren Charlie Chaplins. Der große Stummfilm-Star wurde bereits in vielen Ländern zu einem Markenmotiv erkoren. 2001 etwa auf einer deutschen Wohlfahrtsmarke. Warum nun auch noch vom Vatikan? Ehrlich gesagt: keine Ahnung! Unsere „Marke der Woche“ erscheint am 20. Mai, Chaplin wurde am 16. April geboren. Und bisher waren wir es gewohnt, große Künstler aus dem kirchlichen Umfeld zu bewundern. Aber Charlie Chaplin?



Nun gut, er war der Sohn herumreisender Eltern, seine Mutter hörte Stimmen aus andern Sphären, und die ersten Jahre seines Berufslebens waren eher im Handwerksbereich angesiedelt. 35 Filme in einem Jahr lassen wenig Raum für Kunst. Doch prägten diese Jahre seine gesellschaftliche Haltung. Chaplin stand ein für den kleinen Mann, bzgl. der Frauen war ihm die Größe egal, leider auch das Alter. Gleichzeitig wurde er Objekt kollektiver Vereinnahmung, sogar Nachahmer folgten in seinem Fahrwasser, bis er dann auf der Höhe seines Ruhmes und seines öffentlichen Einflusses ins Visier der Römer geriet, von Pontius Edgar Hoover als Kommunist gebrandmarkt und aus dem Paradies geworfen wurde, sprich: man verweigerte ihm die Wiedereinreise in die USA. Denn diese wiesen Einwanderer damals aus „Gründen von Moral, Gesundheit oder Geistesgestörtheit“ ab. Nur ungestörte, ungesunde und unmoralische Menschen waren willkommen. Zu einer Kreuzigung kam es allerdings nicht, da Chaplin mit seinen Abermillionen einfach in der Schweiz blieb. Allerdings blickten seine Anhänger auch im Falle Chaplins nach seiner Beerdigung bald in ein leeres Grab.

Da endeten dann aber auch schon die Parallelen, denn seine Reliquien – Schnurrbart, Stock und Quadratlatschen – wurden niemals als Talisman in eine Schlacht getragen, Chaplin wurde niemals Objekt eines Schismas und an seine Armut hat auch nie jemand geglaubt. Das wiederum kommt dem Vatikan sicherlich ganz gelegen.

In Spannung erwarten wir die nächste Komödianten-Sondermarke. Wie wäre es mit Jerry Lewis, Harald Juhnke, George Bush, Susan Stahnke oder Philipp Rösler?


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Verfasst von: Jan Sperhake

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