Marke der Woche: Die letzte Fahrt der SMS Emden

Briefmarke der Kokos-Inseln erinnert an 100-jähriges Jubiläum des Gefechts zwischen der deutschen SMS Emden und der australischen HMAS Sydney

Eine am 14. Oktober 2014 ausgegebene Briefmarke der Kokos-Inseln erinnert an das 100-jähriges Jubiläum des Gefechts zwischen der deutschen SMS Emden und der australischen HMAS Sydney.

Es war ein Notruf, der von Land abgesetzt wurde, der das Ende der SMS Emden, dem bekanntesten deutschen Kriegsschiff während des Ersten Weltkrieges, am 9. November 1914 einläutete. Zuvor steuerte der Kommandant Karl von Müller seinen mit einem vierten Attrappen-Schornstein als britisches Handelsschiff getarnten Kreuzer in die Hafenanlage von District Island, der Hauptinsel der im Indischen Ozean gelegenen Kokos-Inseln. Die Inselgruppe erinnert in dieser Woche an das 100-jährige Jubiläum dieser letzten Fahrt.

Hier sollte eigentlich ein Treffen mit einem deutschen Versorgungsschiff stattfinden. Damit die Besatzung der auf der Insel befindlichen Funk- und Kabelstation keine Nachricht oder gar einen Hilferuf absetzen konnte, machte sich ein Landungstrupp der Deutschen mit 50 Mann auf den Weg, diese zu zerstören. Dennoch gelang es der sich sofort ergebenden Funkhaus-Mannschaft einen Notruf abzusetzen.

Nur kurze Zeit später wurde von Bord der SMS Emden ein sich näherndes Schiff ausgemacht, dass zunächst aber als das zu erwartende Versorgungsschiff gehalten wurde. Doch es war die HMAS Sydney, die als Schutzbegleitung für einen britischen Schiffskonvoi nur knapp 50 Seemeilen entfernt eingesetzt war und den Notruf empfangen hatte.

Viel zu spät erkannten die Deutschen auf der SMS Emden das Schiff als feindlich und ohne den deutschen Landungstrupp wieder an Bord holen zu können, versuchte Kommandant von Müller mit seinem kleineren Kreuzer noch gegen das schwer gepanzerte, viel größere und schnellere australische Kriegsschiff auszulaufen und fuhr ihm zunächst entgegen, um aus allen Rohren zu feuern.

Viele Treffer landete er dabei nicht. Im Laufe des Gefechtes vergrößerte die Sydney wieder den Abstand zur Emden, um ihre größere Reichweite auszuspielen. Als dann schließlich die letzte Gefechtsstation auf der SMS Emden ausfiel, entschied von Müller das schwer beschädigte Schiff auf einem Korallenriff vor der Inselgruppe auflaufen zu lassen, damit eine Bergung seiner Mannschaft auf den australischen Feindkreuzer möglich sei.

Deutsches Kriegschiff SMS Emden auf einer Briefmarke der Kokos-Inseln 2014

Deutsches Kriegschiff SMS Emden auf einer Briefmarke der Kokos-Inseln 2014.

Die Sydney trat aber vorher noch die Verfolgung des deutschen Versorgungsschiffes an, welches mittlerweile ebenfalls in die Küstengewässer der Kokosinseln eingetroffen war und sich einer Aufbringung entziehen wollte. Das Versorgungsschiff war jedoch ebenfalls viel langsamer als die Sydney und so versenkte die deutsche Mannschaft des Versorgers ihren eigenen Kohletransporter. Nachdem die 16 Mann der Versorger-Besatzung auf die Sydney gebracht wurden, fuhr das australische Kriegsschiff unbeeindruckt wieder zur aufgelaufenen Emden.

Wieder ließ der australische Kommandant das schwer beschädigte Wrack beschießen, da die Deutschen noch immer die Kriegsflagge gehisst hatten. Erst nachdem diese eingeholt worden war, nahm die Sydney am nächsten Tag die verbliebenen Deutschen vom Wrack der SMS Emden in Kriegsgefangenschaft.

Die SMS Emden war zwar ein kleines Schiff, aber aufgrund ihrer zahlreichen zum Teil spektakulären „Beutezüge“ als getarntes britisches Handelsschiff, wurde es in der deutschen Propaganda und Nachkriegsliteratur geradezu heroisiert. Aber auch die ausländische Presse würdigte den Wagemut und die Unternehmungslust des Kommandanten von Müller, erfreute sich letztlich doch mehr ob der letzten Fahrt der SMS Emden.


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Verfasst von: Boris M. Hillmann

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