Marke der Woche: Das Ålandschaf

Schafe auf Briefmarken

Die Ausgabe mit dem Alandschaf entstand in Zusammenarbeit mit der Alandpost, dem schwedischen Graveur Martin Mörck und den chinesischen Graveuren Liu Minghui und Yang Zhiying.

Schaf ist Schaf, könnte man meinen. Dem ist aber nicht so. Tatsächlich gibt es zig Hausschafrassen, die sehr wahrscheinlich alle aus der erstmals vor etwa 10.000 Jahren erfolgten Domestikation des wilden armenischen Mufflons (Ovis orientalis orientalis-Gruppe) stammen. Der Posten Åland gibt in dieser Woche eine Sondermarke zu Ehren der inseleigenen Rasse, dem Ålandschaf, heraus.

Dieses Schaf gehört, wie auch die bekannten Heidschnucken aus der Lüneburger Heide, zu den Nordischen Kurzschwanzschafen. Früher glaubte man, dass die langschwänzigen Rassen, wie das Merinoschaf, von einer anderen Unterart des Wildschafes, dem Urial oder Steppenschaf, aus Zentralasien abstammen, was allerdings jüngst durch genetische Untersuchungen widerlegt wurde.

Schafe gelten neben Hund, Rind und Schwein zu den ältesten Haustieren. Ihre weltweite Verbreitung spricht für sich, sind sie doch ein wertvoller Lieferant für Fleisch, Milch, Wolle und Fell. Das Bild vom wolligen, weißen Schaf ist hierzulande fest verankert. Blickt man aber nach Afrika, so finden sich dort Schafe, die mit ihrem braunen kurzen Fell eher an Ziegen erinnern. Tatsächlich sind Schafe und Ziegen sehr eng miteinander verwandt, die Ziege stammt allerdings von der Wildziege (Capra aegagrus) ab. Ein sicheres Unterscheidungsmerkmal sind der aufgestellte Schwanz bei Ziegen und der fehlende Ziegenbart bei den männlichen Schafen. Bei den Ziegen tragen auch beide Geschlechter ein Gehörn.

In Mitteleuropa sieht man immer seltener Schafsherden durch die Lande zeihen, obgleich sie auch für den Landschafts- und Naturschutz wertvolle Dienste erweisen. So halten die Tiere die Grasnarbe auf Deichen kurz und trampeln die künstlich erschaffenen Wälle fest. Gleiches gilt für sogenannte Magerrasen, die für den Schutz selten gewordener Orchideenarten und anderer Pflanzen- und Tierarten eine zentrale Rolle spielen. Würden die Schafe nicht regelmäßig über die Flächen getrieben werden, würde der Magerrasen zunächst verbuschen um dann letztlich wieder zu Wald werden. Damit wäre es dahin mit der schönen Blumenpracht und dem Gezirpe der Schönzikaden.

Das Schaf wird gemeinhin auch als dumm bezeichnet, beziehungsweise manch Zeitgenosse mit dem Paarhufer verglichen. Dass diese Redensart in keiner Weise zutrifft, hat die Wissenschaft längst bewiesen. Ein eindrucksvolles Beispiel für die Intelligenz dieser Tiere ist ein belegter Gatterausbruch einer Schafsherde in Großbritannien. Manchmal werden Viehgatter mit Hilfe eines im Boden verlegten Gitters verschlossen, ohne das ein echtes Tor nötig ist. Das Gitter im Boden lässt sich von Paarhufern nicht belaufen und gilt als sicheres Ausbruchshindernis. Die Schafsherde in regenreichen Yorkshire überwand das im Boden eingelassenen drei Meter breite Gitterrost, indem sie mit Anlauf auf dem Rücken darüber rutschten. Man möchte sich nur zu gern vorstellen, dass sie dabei auch jede Menge Spass hatten…


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Verfasst von: Boris M. Hillmann

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