Briefmarke der Woche: Große Erfinder – Teil 2

Große Erfinder auf rumänischen BriefmarkenWie bereits in der letzten Woche angekündigt, stellen wir in dieser Woche in unserer Serie „Briefmarke der Woche“ den zweiten Teil der „Großen Erfinder“ in Anlehnung an die Sondermarken aus Rumänien vom 17. Dezember vor. Während letzte Woche die Physiker und Erfinder Nikola Tesla und Thomas Alva Edison Zeitgenossen waren, sind unsere beiden heutigen Erfinder aus unterschiedlichen Zeitepochen, jeder für sich aber ein wahres Genie.

Albert Einstein
Der wohl berühmteste Physiker und 1879 im baden-württembergischen Ulm geborene Einstein hatte zumindest in Fremdsprachen seine Schwierigkeiten und mit 16 Jahren noch keinen Schulabschluss, der ihn für ein Studium qualifiziert hätte. So musste der dann in Zürich lebende Bub die Schweizer Matura erst noch nachholen. Anders als oftmals nachgesagt, hatte Einstein zuletzt sehr gute Noten erreicht. In der Schweiz werden sehr gute Leistungen in den jeweiligen Fächern mit einer sechs bewertet. In einer ersten Biographie über das Jahrhundertgenie hatte der Autor diesen Umstand auf das deutsche Notensystem nicht korrekt übertragen und so entstand die Legende vom schlechten Schüler Einstein, die sich bis heute hält.

Anschließend begann Einstein entgegen dem Wunsch seines Vaters dann nicht mit dem Studium der Elektrotechnik sondern mit Physik und Mathematik an der heutigen ETH Zürich. Im Studium war er ein tatsächlich eher mittelmäßiger Student, der vorwiegend durch Abwesenheit während der Vorlesungen glänzte und bei seiner Diplomarbeit Hilfe von einem Freund in Anspruch nehmen musste. Nach einer Weile als Lehrkraft begann er auf Empfehlung des Vaters seines besten Freundes 1902 für wenige Jahre eine Arbeit beim Patentamt in Bern. Bis in die 30er Jahre des letzten Jahrhunderts war Einstein dann in wissenschaftlicher Position in Berlin tätig. Mit Beginn der Naziherrschaft siedelte der Physiker dann in die Vereinigten Staaten, wo er an der Universität von Princeton unterkam.

Weltberühmt wurde der passionierte Hobbygeiger durch seine bahnbrechenden Theorien in der theoretischen Physik, allen voran der spezifischen Relativitätstheorie mit seiner Formel, welche Masse mit Energie gleichsetzt (E=mc²). Doch Einstein war auch als Ingenieur tätig und Wegbereiter für manche technische Entwicklung.

Seine Erfindungen der elektrodynamischen Lagerung und desselbigen Antriebs führten zum Kreiselkompass. Auch hatte Einstein ein Kühlaggregat für Kühlschränke entwickelt, welches ohne giftige Kühlmittel auskam. Jedoch wurden seine Pläne nie verwirklicht, da seinerzeit dann ein neues Kühlmittel eingeführt wurde, welches seine Konstruktionen obsolet machte. Einen echten Fehlschlag hatte Einstein mit seiner Konstruktion eines Flugzeugflügels, der wegen seiner Form als Katzenbuckelflügel bezeichnet wurde. Bei einem Testflug hatte der Pilot allerdings enorme Schwierigkeiten bei der Landung und bezeichnete das Flugzeug als „schwangere Ente“. Die Konstruktion war völlig unbrauchbar.

Leonardo da Vinci
Die Mona Lisa ist das berühmtestes Bildnis, das der italienische Maler, Bildhauer, Architekt, Anatom, Mechaniker, Ingenieur und Naturphilosoph der Nachwelt hinterlassen hat. Dabei wird bis heute darüber gerätselt, wer die zart lächelnde Dame auf dem kleinen Gemälde eigentlich ist. 1452 in der Nähe von Vinci, einem befestigten Hügeldorf ca. 30 km von Florenz entfernt geboren, kommt der in der Malerei begabte junge da Vinci bei einem Bildhauer, Goldschmied und Maler in die Lehre. An vielen Dingen interessiert, eignetete er sich neben der Malerei im Laufe seines Lebens aber auch Kenntnisse und Fertigkeiten in Architektur, Kosmologie, Gegraphie, Botanik und Anatomie an. So öffnete da Vinci im Laufe seines Lebens bis zu 30 Leichen, um die inneren Organe zu studieren. Ganz nebenbei entdeckte er dabei Gefäßverkalkungen bei älteren Menschen – die Arteriosklerose.

Weniger bekannt sind seine zahlreichen Erfindungen. So konstruierte er einen Taucheranzug, den er den Regierenden in Venedig für den Unterwasserkampf anbot – das Angebot wurde aber dankend ausgeschlagen. Nachdem er eine Anstellung am französischen Hof in Mailand (damals unter Herrschaft von König Ludwig XII.) erlangte, war er nicht nur wegen seiner Fertigkeiten in der Malerei und Bildhauerei gefragt. Für ein groß angelegtes Bewässerungsprojekt mit Talsperren und Kanälen konstruierte er den ersten bekannten Wasserzähler. Während seiner Zeit als Vatikan-Maler neben Michelangelo und Raffael in Rom schuf er einen mechanischen Löwen, der sich zum Erstaunen des Publikums einige Schritte alleine fortbewegen konnte – also eine Art mechanischen Roboter. Da er vom damaligen Papst nur halbherzig geduldet wurde, widmete sich Leonardo verstärkt seinen Interessen abseits der Malerei. So war er federführend bei einem Projekt, bei dem Wärmeenergie aus der Sonnenenergie mittels verschiedener Hohlspiegel gewonnen wurde. Somit konnte er kochendes Wasser für eine Färberei erzeugen.

Viele seiner Konstruktionen und architektonischen Kuriositäten konnte der fast immer chronisch unterbezahlte Universalgelehrte selbst nicht umsetzen, war er doch zeitlebens auf Auftraggeber und Mäzen angewiesen. So konnte erst in diesem Jahrtausend eine Brücke in Freiburg verwirklicht werden, die ohne mechanische Befestigung auskommt. Eine andere Brückenkonstruktion steht in der Nähe von Oslo, Schweden, bei der Funktionalität mit Schönheit vereinigt ist.


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Verfasst von: Boris M. Hillmann

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