Briefmarke der Woche: Das ist die perfekte Welle

Bild von Katsushika Hokusai auf französischer Briefmarke„Die große Welle vor Kanagawa“, ist wohl das weltweit bekannteste japanische Bild, welches Frankreich auf der bereits letzte Woche veröffentlichten Sonderbriefmarke zeigt. Der Erschaffer des Bildes ist Katsushika Hokusai , der von 1760 bis 1849 in Japan lebte und zum bedeutendsten Vertreter des so genannten Ukiyo-e-Genres aufstieg.

Seine bekanntesten Werke sind die Farbholzschnitte der Serie „36 Ansichten des Berges Fuji“. Das Bild „Die große Welle vor Kanagawa“, das eigentlich „Unter der Welle im Meer vor Kanagawa“ heißt, gehört zu dieser Serie. Auf allen Blättern des Albums ist einer der heiligsten Berge Japans, der Fujisan, zu sehen.

Der Meister seiner Kunst war bald schon 70 Jahre alt, als er etwa um 1830 die ersten Entwürfe zu dieser Serie anfertigte. Und offenbar war er sich der Wirkung seiner Bilder durchaus bewusst, da er im Vorwort zu seinem Buch „Die hundert Ansichten des Berges Fuji“ niederschrieb, dass seine bis dato vorherigen Arbeiten keinerlei Erwähnung wert seien.

Tatsächlich war die Serie in Japan ein voller Erfolg, so dass er und sein Verleger die zunächst nur auf 36 Blätter aufgelegte Serie auf insgesamt 100 erweitern wollten und dies auch ankündigten. Da die bisherig erschienen Blätter nur die Vorderseite des heiligen Berges zeigten, sollten nun auch andere Ansichten in die Sammlung aufgenommen werden. Von den angekündigten Ausgaben erschienen dann aber nur noch zehn Blätter, welche die Rückseite des Berges darstellen. Insgesamt umfasst die Serie also 46 Bilder, wovon „die große Welle“ eine Sondereinstellung einnimmt.

Das Bild beeinflusste unter anderem Rainer Maria Rilkes Gedicht „Der Berg“ und Claude Debussys impressionistische Sinfonie „La Mer“. Die Welle war auf der Erstausgabe des Notenblattes zum Stück abgedruckt.
Doch auch von wissenschaftlicher Seite erlangte Hokusai Anerkennung für sein Meisterwerk. Der Mathematiker Benoît Mandelbrot verdeutlichte in seinen Arbeiten etwa hundert Jahre nach dem Ableben von Hokusai, wie der Holzschneider in seinen Kunstwerken die fraktalen Aspekte der Natur sehr gut erkannt wiedergibt: das selbst-ähnliche Kräuseln bei der großen Welle.

Wer Orginal-Abzüge dieses nur 25 x 37 Zentimeter großen Farbholzschnittes sehen möchte, der kann diese im Metropolitan Museum of Art in New York, im Britischen Museum in London und in Claude Monets Haus in Giverny bestaunen.


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Verfasst von: Boris M. Hillmann

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