Briefmarke der Woche: Der letzte Akt des Krieges

USS Hornet und HMS Penguin auf BriefmarkenWir schreiben das Jahr 1815. Es bläst ein frischer Wind aus Süd-Süd-West vor der Insel Tristan da Cunha im südlichen Atlantischen Ozean. Der Kapitän des britischen Schiffes HMS Penguin, James Dickenson, gibt seiner Crew den Befehl, die eigene Fahne zu hissen und das soeben gesichtete fremde Schiff mit einer Gewehrsalve aufzufordern selbiges zu tun, um sich zu erkennen zu geben. Tristan da Cunha erinnert mit unserer Briefmarke der Woche heute an diese schicksalhafte Begegnung auf See.

Es war etwa Viertel vor zwei am Nachmittag, als Dickenson sich und sein Schiff offenbarte. Das fremde Schiff war die USS Hornet, ein amerikanisches bewaffnetes Schiff, das auch sogleich die amerikanischen Farben hisste und prompt nach Steuerbord drehte, um die volle Breitseite abzufeuern. Die Penguin wiederum drehte ebenfalls bei und feuerte zurück. Das Gefecht fand in Pistolenschussreichweite statt und setzte der Penguin stark zu. Neben der Takelage waren auch Teile des Rumpfes stark beschädigt.

Um in eine noch bessere Position zu kommen, vergrößerte die Hornet ihren Abstand zu dem britischen Schiff. Kapitän Dickenson war sich seiner Lage allerdings bewusst und wollte die Auseinandersetzung lieber auf einem Schiff zu Ende führen und das feindliche Schiff entern, wurde aber durch einen Schuss tödlich verletzt.

Auch seinem ranghöchsten Offizier Lieutenant McDonald, der nun die Position des Kapitäns einnahm, war diese Strategie als einziger Ausweg bewusst. Etwa fünf vor halb drei am Nachmittag segelte das britische Segelschiff direkt auf die Steuerbordseite der amerikanischen Hornet zu. Durch den hohen Wellengang aber zerbrachen Teile der Bemastung, des Davits und des Spankersegels und der Vordermast brach auf das Deck nieder. Die Folge war die nahezu komplette Gefechtsuntüchtigkeit der Penguin.

Ein letzter Versuch eine Breitseite abzufeuern schlug aufgrund der Manövrierunfähigkeit der Penguin fehl. Aus diesem Dilemma gab es kein Entrinnen mehr und so kapitulierte McDonald kurz nach halb drei Uhr. Keine 25 Minuten später betrat ein Offizier der Hornet das mitgenommene Schiff, um es in Besitz zu nehmen.

Diese kurze und heftige Seeschlacht war der letzte Akt eines Krieges, der eigentlich schon im Jahr 1814 beendet war. Der Britisch-Amerikanische Krieg, auch bekannt als Krieg von 1812, war der zweite Versuch der amerikanischen Kolonie die Unabhängigkeit zu erlangen. Als Ergebnis des Krieges wurde jedoch im Wesentlichen der status quo ante bellum wiederhergestellt.


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Verfasst von: Boris M. Hillmann

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