Briefmarke der Woche: Die 60er Jahre

60er Jahre auf französischen BriefmarkenDie 60er Jahre waren eine Dekade des Umbruchs. Sowohl technisch, gesellschaftlich als auch politisch. Frankreich erinnert ab dem 12. Juni mit einem Briefmarkenbogen an die Zeiten der formschönen Autos, der neuen Mode und den technischen Fortschritt jener Zeit. Wir wollen das ebenfalls tun und erinnern an einige ausgewählte Ereignisse.

Tatsächlich sind die 60er Jahre des vergangenen Jahrhunderts in vielerlei Hinsicht ein Meilenstein in der Geschichte der Menschheit. Zum ersten Mal verlässt Homo sapiens seinen Heimatplaneten und betritt den Mond. Und das trotz der politisch bedrohlichen Situation zu Hause auf der Erde. Ost und West verkeilen sich in einer Konfliktstarre, die gemeinhin als Kalter Krieg in die Geschichtsbücher eingehen wird. 1961 beginnt der Bau der Berliner Mauer. Obwohl in den 90er Jahren dann mit dem Fall der Berliner Mauer und der Wiedervereinigung der beiden deutschen Republiken als beendet erklärt, erleben wir heute eine Art Renaissance dieses Konfliktes. Der derzeitige G7-Gipfel in Elmau ist das jüngste Beispiel: Der russische Präsident ist nicht eingeladen.

Was uns heute vielleicht noch mal bevorsteht, hat die Jugend in den 60ern bereits vorgelebt: Rebellion. Und zwar gegen das biedere Establishment. Gegen adrett und keusch gekleidete Otto-Normal-Verbraucher, die sich der totalen Konsumanpassung hingaben. Hippies, die berühmten 68er und das legendäre Festival von Woodstock, an dem zahlreiche damalige und auch spätere Rockstars ihr Stelldichein gaben, verkörpern ein neues Lebensgefühl von Freiheit und Frieden. Der Vietnamkrieg wird unter anderem auch durch den enormen Protest dieser neuen Bewegung beendet, das vietnamesische Volk wird dem Kommunismus überlassen und verkommt zu einem heutigen Polizeistaat, der schwer mit Korruption und Vetternwirtschaft belastet ist.

4:2. Das war das denkwürdige Ergebnis der Fußballweltmeisterschaft 1966 beim Finale England gegen Deutschland. Das wohl berühmteste Tor der Fußball-Geschichte war eigentlich keines: das Wembley-Tor. Es ist schon in der Verlängerung, als der englische Stürmer Geoff Hurst die deutsche Abwehr überwindet und den Ball auf das deutsche Tor köpft. Der Ball trifft die Latte, springt auf die Torlinie und wird dann von Verteidiger Wolfgang Weber ins Tor-Aus geköpft. Der Schiedsrichter entscheidet auf Tor. Die deutsche Mannschaft protestierte vergeblich und war gebrochen. Mit der heutigen Torlinientechnik wäre diese Fehlentscheidung nicht mehr möglich und England wäre vermutlich nicht Weltmeister geworden. Der Titel von 1966 war übrigens der einzige, den die englische Nationalmannschaft bei einem großen Turnier je gewonnen hat.


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Verfasst von: Boris M. Hillmann

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