Briefmarke der Woche: Tempel für den Hai

Ozeanografisches Museum auf Briefmarke von MonacoDas Ozeanografische Museum in Monaco feiert mit einer Sondermarke 50 Millionen Besucher seit das im klassizistischen Stil erbaute Gebäude 1910 seine Pforten geöffnet hat.

Vor über einem Jahrhundert wurde das ozeanografische Museum am Felsen von Monaco auf Initiative des damaligen Fürsten Albert I. erbaut. Von Beginn sollte das Haus aber immer auch Herberge für Kunst und Wissenschaft zugleich sein. Neben den über 6.000 Exponaten aus den Ozeanen der Welt werden im Haus auch immer wieder Kunstausstellungen organsiert und gezeigt. 

Der meereskundlich stark interessierte Fürst brachte von seinen zahlreichen Expeditionen diverse Exponate und Funde mit, die eine geeignete Herberge benötigten und dabei gleichzeitig dem Volke zugänglich gemacht werden sollten. Eines seiner Mitbringsel wurde sogar nach seiner Familie benannt. Lepidoteuthis grimaldii ist ein beschuppter zehnarmiger Tintenfisch, der während einer durch Albert I. organisierten Expedition bei einer Untersuchung eines harpunierten Pottwales in dessen Erbrochenem gefunden wurde.

Das Museum zeigt aber nicht nur tote und ausgestopfte Exemplare der Tiefsee, sondern führt seine Besucher an die natürlichen Ökosysteme der Meere mit großen Schaubecken heran. So etwa die Haifischlagune, in der einige Exemplare von Riffhaien ihre Runden drehen.

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Dass Haie nicht unbedingt die beliebtesten Tiere sind, haben wir auch so manchem Hollywood-Klassiker zu verdanken. Zudem werden jedes Jahr über 100 Millionen der Tiere grausam abgeschlachtet, auch um eine fragwürdige Delikatesse aus ihnen zuzubereiten.

Die erdgeschichtlich seit Millionen von Jahren wenig veränderten Tiere nehmen allerdings eine wichtige Funktion im Ökosystem Meer ein und sind eigentlich gar nicht so gefährlich wie gemeinhin angenommen. Tatsächlich sterben jedes Jahr etwa zehn Menschen durch Angriffe von sogenannten Menschenfressern. Dazu sind vorwiegend Bullenhaie, Tigerhaie, Makohaie und eben auch der Weiße Hai zu zählen. Wesentlich mehr Menschen sterben jedes Jahr allerdings durch die Begegnung mit Quallen (etwa 50) und noch viel wesentlich mehr durch die zahlreichen Krankheiten, die durch Stechmücken übertragen werden (etwa 800.000 pro Jahr).

Das monumentale Museum in Monaco bietet mit seinem museumspädagogischen Begleitprogramm seinen Besuchern die Möglichkeit, komplexe Zusammenhänge zu verstehen und selbst zu erfahren, wie wichtig auch Haie für das gesamte System sind. Neben den wissenschaftlichen Fakten werden dabei auch zunehmend die Emotionen angesprochen. Denn nur wer etwas lieb hat und emotional schätzt, will es auch schützen.


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Verfasst von: Boris M. Hillmann

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