Briefmarke der Woche: Alice im Briefmarkenland

Briefmarke der Woche: Alice im Briefmarkenland

Wer kennt sie nicht, die wundersamen Geschichten von dem kleinen Mädchen namens Alice, das in einem Wunderland die seltsamsten Abenteuer erlebt? Dort taucht sie ein in eine Welt voller Fantasie, seltsamer Charaktere, Absurditäten und Metaphern. Im unterirdischen Wunderland wird Alice riesengroß oder winzig klein und erlebt mit Fabelgestalten und Spielkarten die unterschiedlichsten Abenteuer.

Der Roman „Alice im Wunderland“ des britischen Schriftstellers Charles Lotwidge Dodgson alias Lewis Carroll ist vor 150 Jahren erstmals erschienen. Aktuell hingegen erscheinen anlässlich dieses Ereignisses auf Tristan da Cunha neue Briefmarken zum 150. Jahrestag der Erstausgabe dieses Kinderbuchs. Die gibt es ab Dienstag, 1. Dezember, in den Wertstufen 2 x 50, 2 x 60 und 2 x 70 p im Block. Auf dem Bogen ist eine Zeichnung von Reverend Edwin Dodgson, auf der er den Figuren aus den Alice-Geschichten vorliest.

Nachdem Alice dem weißen Kaninchen in den Bau gefolgt ist, gelangt sie in das Wunderland

Nachdem Alice dem weißen Kaninchen in den Bau gefolgt ist, gelangt sie in das Wunderland.

Er ist der Vater des Autors des Roman-Klassikers und arbeitete als Priester und Lehrer in der Zeit von 1880 bis 1884 sowie von 1886 bis 1889 auf Tristan da Cunha. Die Briefmarkenmotive zeigen neben der Protagonistin Alice wichtige Charaktere aus dem Wunderland, unter anderem das weiße Kaninchen, die Grinsekatze, die Herzdame und den verrückten Hutmacher.

In dem Roman folgt Alice aus Langeweile dem sprechenden, weißen Kaninchen, das ständig sagt zu spät zu kommen. Sie landet im Haus des weißen Kaninchens, flieht von dort in den Wald. Bei der Herzogin trifft sie auf die Grinsekatze, die sie zu der absolut verrückten Teeparty vom Märzhasen und dem verrückten Hutmacher schickt. Als Alice dann die Herzkönigin trifft, die jemandem den Kopf abschlagen lassen möchte, spielt Alice mit Tieren und Menschen, die wie Spielkarten aussehen, Croquet.

Alices Reise durch das Wunderland führt sie weiter zum Schildkrötensupperich und endet bei einer Gerichtsverhandlung der Herzkönigin, bei der Alice als Zeugin auftreten soll. Sie ist inzwischen wieder so groß, dass sie bei der Verhandlung Chaos auslöst und letztendlich wieder neben ihrer Schwester in der realen Welt aufwacht.

Alice begegenet einem weißen Kaninchen, dem Hutmacher, der Grinsekatze, dem Schildkrötensupperich und der bösen Königin.

Alice begegenet einem weißen Kaninchen, dem Hutmacher, der Grinsekatze, dem Schildkrötensupperich und der bösen Königin.

So besonders wie die Geschichten von Alice scheint auch Tristan da Cunha. Nur 264 Menschen leben auf der Inselgruppe mit der gleichnamigen Hauptinsel. Sie gilt als die abgelegenste bewohnte Insel der Welt und ist im südlichen Atlantischen Ozean zu finden. Die Inselgruppe ist die Spitze eines untermeerischen Vulkans. 1834 wurde sie britische Kronkolonie und ist jetzt britisches Überseegebiet.

Alice-Erfinder Dodgson arbeitete als Mathematikprofessor in Christ Church in Oxford und dachte sich die Geschichten für die zehnjährige Alice Liddell aus, der zehnjährigen Tochter des Dekans. Mit seinen Erzählungen brachte er einen vollkommen neuen Stil in die britische Kinderbuchliteratur, die bis dahin darauf abzielte, Kindern bestimmte Verhaltensweisen zu vermitteln. Doch Dodgson hingegen spiegelte die verwirrende Welt der Erwachsenen. Er veröffentlichte unter dem Pseydonym Lewis Carroll: Lewis ist die englische Version von Lotwidge und Carroll die irische von Charles.

Dodgson arbeitete fast drei Jahre an „Alice im Wunderland“, von dem am 26. November 1865 2.000 Exemplare erschienen. Nach vier Jahren gab es das Buch, das in 176 Sprachen übersetzt wurde, bereits auf Deutsch.


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Verfasst von: Katrin Westphal

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