Briefmarke der Woche: Kulinarisches und Kultur in Kastilien

Briefmarke der Woche: Kulinarisches und Kultur in Kastilien

„Toledo – Capital Espanola de la Gastronomía“ – diese wohlklingenden Worte sollten auch ein wohliges Gefühl im Bauch bewirken, denn die spanische Stadt Toledo ist seit 2016 Spaniens Hauptstadt, zumindest, was das Essen angeht. Vor allem Süßes steht dort hoch im Kurs: Duzende Manufakturen stellen Marzipan her. Die süße Spezialität aus Toledo wird nicht nur in ganz Spanien geschätzt, sondern genießt Weltruhm.

Die spanische Post nimmt das zum Anlass und gibt am 20. Januar 220.000 Briefmarken im Wert von 0.57 Euro zum Thema Gastronomie heraus. Die Briefmarke zeigt Marzipan, das eine Torte dekoriert. Und als besonders großes Exemplar werden demnächst 57,6 x 40,9 Millimeter große Marken spanische Briefe schmücken.
Dabei wird die in Zentralspanien gelegene Stadt dieser Auszeichnung das ganze Jahr über gerecht. Es gibt viele unterschiedliche kulinarische Veranstaltungen, die in zahlreichen Bars, Straßencafés und Restaurants insbesondere in der Altstadt, am Ufer des Flusses Tajo oder im Stadtteil Santa Teresa angeboten werden. Auch die Markthalle San Agustín ist für ihre kulinarischen Köstlichkeiten bekannt. Das Essen wird dort jährlich zu Sonderpreisen angeboten, weil die Teilnehmer ihre besten Produkte bekannt machen wollen.
Besonders gut gegessen wird in Toledo allerdings in ganz bestimmten Wochen. Ende Februar bis Anfang März gibt es dort die „Jornadas Provinciales del Puchero y la Cazuela“, die sich – wenn auch weniger klangvoll – mit „Eintopftagen“ übersetzen lassen. Im Juni starten der Wettbewerb „Tapeando por Toledo“ und die „Jornadas de la Tapa“, die so genannten Tapas-Tage, und im November gibt es feucht-fröhliche Cocktails zu den „De cócteles por Toledo“. Eine feste Institution ist auch der „Toledopass Gourmet“: Wer einen solchen besitzt, sichert sich in bestimmten Lokalen Tapas und Getränke zum Festpreis.
Neben Manchego-Käse, Olivenöl aus den Bergen Toledos oder Safran und Zwiebeln aus La Mancha gibt es viele typische Gerichte, deren Rezepte weit über Toledos Stadtgrenzen hinaus verbreitet und beliebt sind. Darunter ist auch die „Sopa castellana“, die in einem Tontopf mit Knoblauch, Paprika, und Schinken gekocht und anschließend mit Ei und Brot gegessen wird. Auch der Toledo-Reis ist etwas Besonderes: ihm werden Huhn, Seeaal, Tintenfisch und Pilze beigemischt. Eine ausgefallene Spezialität ist außerdem das „Perdiz estofada“, ein gefülltes Rebhuhn.
Toledo zählt zum Weltkulturerbe. Altstadt, Festung und mittelalterliche Bauwerke aus dem 13. bis 15. Jahrhundert wurden dazu von der Unesco im Jahr 1986 ernannt. Die Altstadt wird von verwinkelten Gassen durchzogen. Ihr Mittelpunkt ist die Kathedrale Santa Maria, die trotz unterschiedlicher Baustile mit ihren gewaltigen Ausmaßen zu den bedeutendsten gotischen Kirchen in Spanien zählt. Der Fluss Tajo umgibt die Stadt, die auf einem Felsen thront, gleich von drei Seiten.
Als „Stadt der drei Kulturen“ ist Toledo außerdem bekannt. Im Mittelalter lebten dort Moslems, Juden und Christen friedlich miteinander. Heute zeugen die großen Gebäude der Stadt von dieser Zeit: Das sind vor allem die mit Kunstschätzen gefüllte Kathedrale, die Moschee und der zweigeschossige Kreuzgang des Monasterio San Juan de los Reyes.
Knapp 80.000 Einwohner leben in Toledo, die 65 Kilometer südwestlich von Madrid entfernt ist. Dort fand auch einst der griechische Maler El Greco ein Zuhause. Seine Bilder schmücken heute die Kathedrale, Klöster und ehemalige Hospitäler. Toledo gilt als eine einzige große Sehenswürdigkeit und ist nicht nur eine der bedeutendsten historischen Metropolen Kastiliens.


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Verfasst von: Katrin Westphal

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