Briefmarke der Woche: Die Pioniere des Sushi

Briefmarke der Woche: Die Pioniere des Sushi

Passend zu Karfreitag gibt es als Marke der Woche Fisch – wenn auch als eher unbekanntere Variante. In Grönland zieren Lodde und Walfischhaut die neuen Briefmarken. Die Walfischhaut wird von den Inuit traditionell roh geknabbert und ist eine Besonderheit der Arctic Cuisine – auch wenn sie auf den ersten Blick vielleicht nicht besonders appetitlich erscheint.

Am heutigen Montag, dem 21. März, erscheinen in Grönland zum Thema „Esskultur“ zwei neue Briefmarken: Sie zeigen die grönländischen Spezialitäten Lodde und Walhaut und erscheinen in den Wertstufen 12.00 und 13.50 dkr.
Wegen des Brennstoffmangels verspeisten die Grönländer ihre Nahrung entweder roh oder getrocknet. Das war vor allem bei lagen Kajak- und Hundeschlittentouren überlebenswichtig. Heute trifft in Grönland diese Tradition auf außergewöhnliche Kulinarik und auf der Insel wird selbstbewusst gekocht.
Grönland ist die größte Insel der Erde und ein autonomer Bestandteil des Königreichs Dänemark. Neben der Antarktis hat Grönland die geringste Bevölkerungsdichte der Welt. Trotz und wegen dieser Rahmenbedingungen hat sich auf Grönland ein unabhängiges Postwesen entwickelt.
Die Lodde auf der Briefmarke ist ein lachsähnlicher Fisch, der zu Tausenden in Grönland, einem ihrer beliebtesten Laichplätze, landen. Sie leben in großen Schwärmen im Arktischen Ozean und werden seit jeher gefangen. Die Lodde heißt auf Grönland Amasette.


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Gefährdeter Bestand

In den 1970er Jahren war durch Überfischung ihr gesamter Artbestand gefährdet. Dies dezimierte auch die Kabeljaubestände, weil sich Kabeljau hauptsächlich von Lodden ernährt. Besonders begehrt sind noch heute die Lodden-Weibchen: Ihr Rogen wird im Handel als isländischer Kaviar angeboten. Noch heute ist die Haupteinnahmequelle Grönlands der Export von tiefgefrorenem Fisch.
Das Kauen roher Walhaut ist im hohen Norden nichts Ungewöhnliches. Die Inuit sind dafür bekannt, viel Walhaut zu essen. Sie gaben dem Gericht den Namen „mattak“. Als besonderer Leckerbissen gilt die Haut vom Weiß- oder Narwal, die zusammen mit Walfett gegessen wird. Sie kann allerdings auch gekocht werden, dann bekommt sie einen pilzähnlichen, leicht nussigen Geschmack.
Ein Grönland-Besucher hat von seinen kulinarischen Erfahrungen mit Walhaut im Internet auf der Seite von Esskultur berichtet: „Das Fett schaut weich aus, ist aber kernig. Die Haut ist schwer zu kauen. Wenn man weiß, dass Wal– und Robbenfleisch die wichtigsten Lebensmittel für die Inuit sind, behandelt man auch ein kleines Stückchen mattak mit Respekt.

Nicht sehr appetitlich

Denn in der traditionellen grönländischen Küche steht Walfleisch seit jeher als grundlegender Bestandsteil auf dem Speiseplan. Auch das Fleisch von Krabbentauchern ist sehr beliebt. Aus dem Fleisch der pinguinartigen Vögel wird das Gericht „kivioq“ auf eine nicht sehr appetitliche Weise zubereitet: Die Inuit lassen es in ausgehöhlten Robbenkadavern verrotten.
Wesentlich vertrauter und leckerer klingen die Rentiersteaks. Wenn im Sommer die Rentierjagd beginnt, nehmen die meisten Grönländer Urlaub, um ein besonders prächtiges Exemplar für den eigenen Herd zu erlegen. Neben den Steaks steht vor allem das rare Keulenfleisch bei den Grönländern hoch im Kurs.
Neben Walfischfleisch dominieren vor allem Robben den nordischen Speiseplan. Ihr Fleisch hat eine schokoladenbraune Farbe und ähnelt dem Geschmack von Lamm. Der Däne Hans Egede gilt als der Apostel der Eskimos. Er hat angeblich das „Vater Unser“ geändert, als er es auf Inuktitut übersetzt hat und seit 1721 beteten seine frisch bekehrten Jungchristen, die kein Brot kannten, „unsere täglich Robbe gib uns heute…“.


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Verfasst von: Katrin Westphal

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