Briefmarke der Woche: Sport-Migranten für Zypern

Briefmarke der Woche: Sport-Migranten für Zypern

Die Olympischen Spielen stehen vor der Tür. Wenn im Sommer Sportler aus aller Welt in Rio antreten, wird auch eine zyprische Delegation dabei sein – vier Jahre nach ihrem Triumph in London, bei dem die Athleten die erste olympische Medaille erkämpft hatten. Doch bevor das Olympische Feuer vom 5. bis 21. August in Brasilien brennt, bereiten sich die Sportler intensiv auf die zehnte Teilnahme Zyperns vor.

Zypern hofft bei den Olympischen Spielen im Sommer auf Medaillen.

Zypern hofft bei den Olympischen Spielen im Sommer auf Medaillen.

Dieses Ereignis ehrt die zyprische Post mit einer Gedenkbriefmarkenserie. Auf den Briefmarken sind die Sportarten abgebildet, in denen die zyprischen Sportler zum Wettbewerb antreten. Ausgebetag für die Marken mit dem Titel „Olympische Spiele 2016 in Rio“ ist am Montag, 11. April. Sie erscheinen in den Wertstufen 0.34, 0.41, 0.64 und 0.75 € jeweils im 8er Kleinbogen.
Der erste Medaillengewinner aus Zypern war Pavlos Kontides: Der Segler erkämpfte 2012 für sein Land Silber. Seit 1980 ist Zypern bei dem größten sportlichen Ereignis der Welt dabei und hat seitdem 111 Teilnehmer entsandt, die an zwölf Sportarten teilgenommen haben.

Sport-Migranten aus Griechenland

Zypern kann in diesem Jahr in Rio noch besser abschneiden. Grund dafür könnte der Zuwachs an Spitzensportlern aus Griechenland während der vergangenen Jahre sein: Die besten Athleten haben seit Beginn der Wirtschaftskrise ihrer griechischen Heimat den Rücken gekehrt und sich ein neues sportliches Zuhause gesucht. Ihr beliebtestes Ziel ist die östliche Mittelmeerinsel Zypern.
In Griechenland haben sie nicht nur keine sportliche Perspektive, sondern vor allem auch keine finanzielle. Bis zum Ausbruch der Wirtschaftskrise honorierte der griechische Staat gute Platzierungen bei den Olympischen Spielen großzügig mit bis zu sechsstelligen Summen und stellte Spitzensportler in den Staatsdienst ein.
Inzwischen können die Sportler von ihrem Beruf nicht mehr Leben. Hinzu kommt, dass es so gut wie gar keine Sponsoren in Griechenland mehr gibt, wodurch die Sportler sogar ihre Teilnahme am Trainingslager selbst zahlen müssen. Diese Gründe bewegen immer mehr Sportler zur Flucht aus Griechenland.
Den Auftakt der Sport-Migration machte der Hürdenläufer Minas Alozidis. Es folgten der Diskuswerfer Kostas Stathelakos, der Speerwerfer Jannis-Georgios Smalios, der Sprinter Christos Chatziangelidis und der Hochspringer Dimitrios Chondrokoukis. Jetzt machte sich auch der Gewichtheber Antonis Martasidis auf den Weg nach Zypern.
Parallel zur wirtschaftlichen Krise Griechenlands verläuft der sportliche Absturz. Falls allerdings einer der Sport-Migranten für Zypern aufs Siegertreppchen steigen sollte, wird er wenigstens seine alte Nationalhymne hören: Griechenland und Zypern haben sich beide für die „Hymne der Freiheit“ des Dichters Dionysios Solomos entschieden.


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Verfasst von: Katrin Westphal

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