Briefmarke der Woche: Heilige Marke

Briefmarke der Woche: Heilige Marke

Mutter Teresa ist jetzt eine Heilige. Dieses große Ereignis, das am 4. September durch Papst Franziskus erfolgte, gilt bereits jetzt als eines seiner größten. Hunderttausende Gläubige wollten sich das nicht entgehen lassen und kamen dazu auf den Petersplatz in Rom, um der Zeremonie beizuwohnen. Das katholische Kirchenhaupt will mit der Heiligsprechung im von ihm ausgerufenen Jahr der Barmherzigkeit ein Zeichen setzen – doch unumstritten wird die Heiligsprechung der „Mutter der Armen“ nicht wahrgenommen.

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Das Konterfei von Mutter Teresa ist bereits seit dem 2. September auf den Briefmarken des Vatikans zu sehen. Sie zeigen ein Portrait der Ordensschwester mit der Aufschrift „Heilige Teresa von Kalkutta“.
Die Vatikan-Marke gibt es in der Wertstufe zu 0.95 €. Ein Bogen besteht aus zehn Briefmarken und wird vom vatikanischen Amt für Philatelie und Numismatik herausgegeben. Die Höchstauflage besteht aus 150.000 kompletten Serien.
Die albanische Nonne, die als Agnes Gonxha Bojaxhio geboren wurde, kommt 19 Jahre nach ihrem Tod zu diesen Ehren. Franziskus, der als Papst der Armen und Benachteiligten gilt, will damit ein Zeichen setzen. Bereits zu Lebzeiten erhielt die Nonne in der weiß-blauen Kutte neben diversen Auszeichnungen den Friedensnobelpreis im Jahr 1979. Sechs Jahre nach ihrem Tod im Jahr 1997 wurde sie bereits von Papst Johannes Paul II. selig gesprochen.
Dazu wurde allerdings ein Wunder benötigt. Das habe sich in Indien ereignet, als eine Frau vom Krebs geheilt wurde, nachdem sie die verstorbene Mutter Teresa darum gebeten habe. 2015 ereignete sich in Brasilien das erforderliche zweite Wunder: Ein Brasilianer betete zu Mutter Teresa und wurde daraufhin von seiner Gehirnerkrankung geheilt. Die Heiligsprechung durch Franziskus folgte ausgesprochen schnell.

Mutter Teresa – heilig oder unheilig?

Mutter Teresa gilt – ob nun heilig oder unheilig – als umstrittene Person. 1910 wurde sie in Skopje geboren und mit 18 Jahren trat sie einem Nonnenorden bei. Im indischen Kalkutta, mitten in den Slums, gründete sie 1950 den Frauenorden „Missionarinnen der Nächstenliebe“. Ihrem Orden schlossen sich 4.500 Schwestern an. Er ist inzwischen in 130 Ländern vertreten, wo er Häuser für arme, kranke und sterbende Menschen interhält.
Kritiker werfen Mutter Teresa vor, dass ihr der Katholizismus und das Missionieren wichtiger gewesen seien als das Helfen. Vor allem aber sollen die Einrichtungen, die sie in Kalkutta betrieben hatte, in katastrophalen hygienischen Zuständen gewesen sein.
Den Menschen gegenüber, die unter diesen Umständen gelitten haben, hätte sie das Leid verherrlicht, indem sie begründete, dass es ihnen Gott näherbringen würde. Außerdem habe sie erzkonservative Ansichten zu den Themen Verhütung, Abtreibung und Scheidung vertreten.
Ihre Anhänger betonen hingegen, dass die Nonne mit ihren Taten eine Bewegung der Nächstenliebe ausgelöst habe. Sie habe ein Leben in Armut unter Armen gewählt. Sie war eine fromme Gläubige, die allerdings auch mit Gott gehadert haben soll. Ihr Name wurde sogar zum Sprichwort und steht bis heute dafür, sich selbst zurückzunehmen und sich für andere einzusetzen.


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Verfasst von: Katrin Westphal

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