Briefmarke der Woche: Dichterherz für Weißrussland

Briefmarke der Woche: Dichterherz für Weißrussland

Er war Schriftsteller, Dichter, Publizist und Übersetzer und war eine der Hauptfiguren der weißrussischen Wiedergeburt. Dazu zählte vor allem die Schaffung einer eigenständigen weißrussischen Sprache. Die Rede ist von Maksim Adamavič č Bahdanovič.

In seinem kurzen Leben setzte sich Bahdanovich für die weißrussische Sprache ein.

In seinem kurzen Leben setzte sich Bahdanovich für die weißrussische Sprache ein.

Zu seinem 125. Jahrestag erscheint am 9. Dezember in Weißrussland eine neue Briefmarke. Sie zeigt ein Portrait des Dichters, Übersetzers und Literaturkritikers. Die Bahdanovič-Marke gibt es zum Tarif A für Inlandsbrief bis 20 g.
Maksim Bahdanovič lebte von 1891 bis 1917. Er wurde in Minsk geboren und zog im Alter von fünf Jahren mit seiner Familie von Weißrussland ins russische Nischni Nowgorod. Dort lernte sein Vater Maxim Gorki kennen und sie wurden enge Freunde – was das Leben des heranwachsenden Maksim in vielerlei Hinsicht beeinflusste.
Der junge Bahdanovič verspürte schon früh eine tiefe Verbundenheit zu seiner Heimatsprache. Er abonnierte weißrussische Zeitungen und verfasste Gedichte in weißrussischer Sprache. Dabei lehnte er Russland nicht ab, er veröffentlichte auch in russischen Zeitungen und Zeitschriften.
Trotzdem war die Verbundenheit zu seiner alten Heimat so stark, so dass er gleich nach Abschluss des Lyzeums 1916 nach Minsk zurückkehrte. Zu diesem Zeitpunkt war Bahdanovič bereits schwer an Tuberkulose erkrankt. Im darauffolgenden Jahr reiste er zur Genesung in die Krim und verstarb kurz darauf im Alter von 26 Jahren.
Doch die kurze Zeit, die ihm in seinem Heimatland blieb, nutzte Bahdanovič intensiv. Er freundete sich mit einflussreichen weißrussischen Dichtern und Schriftstellern an. In dieser Zeit zählten unter anderem Janka Kupala und Jakub Kolas zu Bahdanovičs engsten Vertrauten.
Gemeinsam lenkten sie die weißrussische Wiedergeburtsbewegung. Denn erst nach der russischen Revolution durfte die weißrussische nationale Wiedergeburtsbewegung legal Druckwerke herausbringen und Verlage gründen.

Sprachen waren seine Stärke

Bahdanovič beherrschte viele Sprachen, unter anderem russisch, polnisch, ukrainisch, Latein und französisch. Seine Nachdichtungen aus diesen Sprachen übersetzte er alle ins Weißrussische. Seine berühmtesten waren Werke von Heinrich Heine, Alexander Puschkin, Horaz und Ovid.
Umgekehrt übersetzte er weißrussische und ukrainische Texte ins russische und hatte damit einen nachhaltigen und enormen Einfluss auf die Entwicklung der weißrussischen Literatursprache.
In seinem kurzen Leben, in dem er allerdings viel erreichte und einiges bewegte, schrieb er außer Gedichten auch Erzählungen und Märchen. Außerdem machte er sich als Übersetzer einen Namen. Unter anderem erschien 1914 sein Gedichtband „Der Kranz“.
Doch vor allem als Bindeglied und Mittler zwischen den Ländern und deren Sprachen, die er beherrschte, allen voran Weißrussland, bewegte Bahdanovič auf sprachlicher Ebene sehr viel.


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Verfasst von: Katrin Westphal

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