Briefmarke der Woche: Der große Führer unterwegs durch Nordkorea

Briefmarke der Woche: Der große Führer unterwegs durch Nordkorea

In Nordkorea hatte Kim Jong Il viele Namen. Bei den meisten hieß er „geliebter Führer“ oder „Sonne des 21. Jahrhunderts“. Doch er war ein Tyrann und Mittelpunkt eines Führerkults. Er herrschte von 1994 bis zu seinem Tod 2011 als Diktator über sein Land. Das Volk hungerte, während sein Staatsoberhaupt Menschenrechte verletzte, es zur Atommacht ausbaute und immer weiter abschottete.

Tod durch Herzversagen

Kim Jong Il: Unterwegs durch Nordkorea auf Briefmarken.

Kim Jong Il: Unterwegs durch Nordkorea auf Briefmarken.

Kim Jong Il starb vor fünf Jahren offiziell an Herzversagen. Um seiner zu gedenken, gibt es ab dem 17. Dezember in Nordkorea zwei neue Briefmarken mit dem Titel „Der große Führer Kim Jong Il wird immer mit uns sein“. Sie zeigen Bilder des ehemaligen Staatsoberhaupts in Umgebungen, in denen er sich gerne ablichten ließ: im Gebirge und umgeben von Arbeitern. Die Briefmarken gibt es zweimal als Blocks, jeweils in der Wertstufe 50 W.
Die Kulissen für die Briefmarken kommen nicht von ungefähr: Am Rande des im Norden Koreas gelegenen Gebirges Paektu steht nach Angaben des Regimes das Geburtshaus von Kim Jong Il. Paektu heißt in Nordkorea auch Ahnengebirge und auch heiliges Gebirge der Revolution. Zu diesem Ort kehrte er immer wieder zurück, um in den Schneestürmen seinen unbeugsamen Willen und Mut zu stärken, wie er einmal erklärte.

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Nach Ansicht westlicher Exporten soll er allerdings bereits ein Jahr zuvor in einem Trainingslager der sowjetischen Armee in Sibirien geboren sein, in dem sein Vater diente. Bis zum Tod seines Vaters blieb er in der Öffentlichkeit eher unbekannt. Das änderte sich dann schlagartig.

Eine Familien-Dynastie

Die herrschende Partei in Nordkorea ist die Partei der Arbeit Koreas (PdAK). Der Gründungstag der Partei am 10. Oktober ist in Nordkorea ein Nationalfeiertag. In der nordkoreanischen Geschichtsschreibung heißt es, Kim Jong Ils Vater habe die Partei gegründet. Über dieses Organ regierte die Familie seit der Unabhängigkeit Nordkoreas das Land: Kim Il Sung von 1948 bis 1994, dann folgte sein Sohn Kim Jong Il, bis Kim Jong Un 2011 das Ruder übernahm.
Sie führten und führen Staat, Partei und Militär. Nach seinem Tod wurde Kim Jong Il durch eine Verfassungsänderung zum „Ewigen Generalsekretär der Arbeiterpartei“ erklärt und die nordkoreanische Führung verordnete Staatstrauer. „Unser Volk und das Militär sehnen sich tränenreich nach dem sonnigen Lächeln unseres lieben Vaters“, hieß es im Staatsfernsehen während der mehrtägigen Trauerfeier, an der Zehntausende teilnahmen.
Vom Ausland wurde er allerdings vor allem als gefährlicher Diktator und Tyrann wahrgenommen. Dabei stellte der Westen ihn oft als Witzfigur dar. Er litt an Diabetes und soll bis zu seinem Tod bereits viele Jahre herzkrank gewesen sein.
Um den verstorbenen Diktator rankten sich die unglaublichsten Mythen. Er musste angeblich nie zur Toilette und soll übernatürliche Fähigkeiten gehabt haben. Außerdem konnte er demnach – genau wie sein Vater – das Wetter beeinflussen. Wahr jedenfalls ist, dass sein Konterfei demnächst wieder quer durch Nordkorea unterwegs ist – in den zwei neuen Briefmarken-Varianten.


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Verfasst von: Katrin Westphal

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