Briefmarke der Woche: Ritter der Lüfte

Briefmarke der Woche: Ritter der Lüfte

Sie sind nicht gerade die größten ihrer Art, dafür aber ziemlich schnell und schnittig. Wer Merlin und Baumfalke aus nächster Nähe kennenlernen will, ist in Norwegen gut aufgehoben. Auf 385.000 Quadratmetern bietet das Land unterschiedlichste Habitate für viele Vogelarten. Ob Fjorde, Berge, dichte Wälder, Tundra, felsige Küsten, Moore oder Sumpfgebiete: Norwegen beheimatet unter teilweise sogar arktischen Bedingungen rund 480 Arten.

Auch in Norwegen unterwegs – der Merlin.

Zwei dieser gefiederten Exemplare fliegen ab dem 2. Januar als Briefmarken um die Welt. Unter dem Titel „Vögel“ zeigt die norwegische Post den Merlin (Falco columbarius) in der Wertstufe zu 20 nkr und den Baumfalken (Falco subbuteo) in der Wertstufe zu 20 nkr. Gestaltet wurden die Marken von Viggo Ree und Enzo Finger.
Denn Norwegen ist unter Vogelkundlern ein Geheimtipp: Viele Arten gelten als noch nicht entdeckt und Vögel können in den einsamen Weiten ungestört beobachtet werden. Im Norden des Landes ist unter anderem die größte Seeadler-Population Europas zu finden. Doch mit den neuen Briefmarken lenkt Norwegen gerade den Fokus auf kleinere Arten – schließlich hat das Land auch schon die unscheinbare Wasseramsel zum Nationalvogel gewählt.
Auch Merlin und Baumfalke leben in dem großen Land im Norden der skandinavischen Halbinsel. Beide sind kleine Falkenarten, wobei die männlichen Merline als die kleinsten Falken Europas gelten. Die Männchen messen gerade mal 28 Zentimeter und sind deutlich kleiner als die Weibchen. Merline sind von kompakter Statur und in offenen bis halboffenen Landschaften unterwegs.
Lange, spitze Flügel und rostrote Hosen, wie das Beingefieder des Baumfalkens auch beschrieben wird, kennzeichnen diese Falkenart. Er ist klein, schnittig und zierlich, gilt aber als der rasanteste unter den Falken. Mit seinen sichelförmigen Flügeln und seinem eleganten Körper erinnert er etwas an einen übergroßen Mauersegler.

Meister der Flugakrobaten

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Der Falke gilt als Ritter der Lüfte und Meister unter den Flugakrobaten. Seine Beute packt er während des Flugs, aus der Luft. Sogar die flinken Mauersegler und Schwalben sind nicht vor ihm sicher, die er mühelos aus dem Flug heraus fangen kann.
Außer der Befiederung der Unterschenkel fallen Falken durch ihren hakenförmigen, nach unten gebogenen Oberschnabel auf. An dessen vorderen Teil tragen sie eine Zacke, den so genannten Falkenzahn. Den brauchen sie für den tödlichen Biss, den sie ihren Beutetieren entweder in Nacken oder in den Hinterschädel versetzen.
Bei den Falken sind Merlin und Baumfalke nicht die einzigen Unterarten: Insgesamt gibt es 39. Markant sind auch ihre großen Augen mit dunkler Iris. Das Blickfeld des Falken umfasst 220 Grad, ohne dass er dabei den Hals drehen muss.
Gerade wegen ihrer besonderen Fähigkeiten spielen Falken bei vielen Völkern auch eine große Rolle in der Mythologie. Bei den slawischen Völkern gilt er als Vogel der Krieger. Sie schätzen vor allem seinen großen Mut und seine hervorragenden Augen. Bei den Kelten ist der Falke ein Übermittler zwischen Diesseits und Jenseits und in der ägyptischen Mythologie existieren gleich mehrere Gottheiten in der Gestalt von Falken.
Auch in der nordischen Mythologie ist der Falke sehr sichtbar, denn darin trägt die Göttin Freya ein Falkengewand. Mit diesem Gewand kann sie sich entweder in einen Falken verwandeln oder wie ein solcher durch die Lüfte gleiten. Mit mindestens der gleichen Reichweite wie die neuen Falken-Briefmarken, die sich demnächst in alle Welt verschicken lassen.


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Verfasst von: Katrin Westphal

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