170 Jahre Blaue Mauritius – Beilage BMS 9/2017

170 Jahre Blaue Mauritius – Beilage BMS 9/2017

Das kürzlich veröffentlichte Sonderheft „170 Jahre Blaue Mauritius“ liefert historische Forschungserkenntnisse und spannende Geschichten rund um die wohl bekanntesten Briefmarke. Das Heft liegt dem Briefmarken Spiegel 9/2017 bei. Sie können ein kostenloses Print-Exemplar per E-Mail anfordern oder lesen Sie das ePaper von 170 Jahre Blaue Mauritius jetzt direkt online.

Editorial

Damen fragt man gewöhnlich nicht nach ihrem Alter. Es sei denn, sie sind hochbetagt. Dann kann es schon mal vorkommen, dass sie binnen drei, vier Jahren ihren 75., 80. und 85. Geburtstag begehen. Sie müssen nur rechtzeitig, also in ihren jungen Jahren, dafür sorgen, dass zum Geburtsdatum verschiedene Angaben kursieren. Das hatte Königin Victoria natürlich nicht nötig. Jeder wusste, dass Ihre Majestät am 24. Mai 1819 auf die Welt gekommen war und am 20. Juni 1837 gerade einmal 18-jährig den Thron bestiegen hatte. Selbstverständlich wusste im Vereinigten Königreich von Großbritannien und Irland sowie in den Ländern des britischen Empire seinerzeit auch jeder, was sich gehörte. Folglich blieb Königin Victoria auf ewig und drei Tage jung, wie die Philatelisten anschaulich dokumentieren können.

Mauritius Erstausgabe von 1847

Die 1894 auf Mauritius aufgelegte Porträt-Freimarke zeigt die Herrscherin ebenso jung wie die Erstausgabe von 1847. Dass diese in das Buch der allgemeinen Geschichte, nicht bloß der Post- oder Philateliegeschichte einzog, verdankt sie aber weder ihrem Sujet noch der Tatsache, dass sie gut zehn Jahre nach Victorias Inthronisation an die Schalter kam. Vielmehr ranken sich um die orangerote Marke zu 1 Penny und die blaue zu 2 Pence eine Vielzahl Geschichten. Eine der ersten spielt bereits in der Frühzeit der Philatelie, denn die Sammler der ersten Stunden brauchten rund 15 Jahre, ehe sie den beiden Marken überhaupt Beachtung schenkten.

Bekannt war zunächst nur die Nachfolgeausgabe, die auf der linken Seite den Schriftzug „Post Paid“ in Versalien trug. Als die ersten Exemplare mit der Inschrift „Post Office“ entdeckt und vorgestellt wurden, verging eine Weile, dachten die Sammler wegen der Seltenheit zunächst an einen Fehldruck. Wahrscheinlich entstand damals bereits die Legende vom Stecher Joseph Osmond Barnard, der sich nicht mehr der Worte entsinnen konnte, bis er sich während eines Spazierganges zum Postamt der Worte „Post Office“ zu erinnern glaubte. Nach und nach erkannten die Sammler zum einen, dasss die Orangerote und Blaue Mauri­tius regulär ausgegebene Freimarken waren, zum anderen, welche Bedeutung sie für die Philatelie hatten. Mit den beiden Marken konnte man für das seinerzeit noch neue Steckenpferd nämlich werben, Skeptikern verdeutlichen, dass Philatelie mehr bedeutet, als ein paar Klebezettelchen zusammenzutragen. Zweifellos hat das mythenbehaftete Paar mit dazu beigetragen, dass sich die Philatelie als anspruchsvolles Hobby durchsetzen konnte. Das geschah vor rund 150 Jahren. Exakt 170 Jahre ist es her, dass Königin Victoria auf Mauritius postalisch gewürdigt wurde. In dem Falle darf man die Dame durchaus nach ihrem Alter fragen.

Text: Torsten Berndt

Das Team des Sonderheftes wünscht seinen Lesern viel Spaß beim Lesen.

Inhalt des Sonderheftes 170 Jahre Blaue Mauritius:

  • Keine reine Frauensache:Lady Gomms Einladungen schufen Belege für die Ewigkeit.
  • „Die Nummer zwei, die wollte ich gern haben“:
    Wolfgang Jakubek verkaufte eine ungebrauchte Blaue Mauritius gleich zweimal.
  • Wo liegt Osmond Barnard begraben?
    Hans-Joachim Schwanke beleuchtet die Geschichte(n) um Joseph Osmond Barnard.
  • 962,88 Quadratmillimeter Kupfer:
    Von der Orangeroten und Blauen Mauritius blieben nicht nur 15 bzw. zwölf Marken erhalten sondern auch die Druckplatten.
  • Die berühmte Chartwell-Sammlung:
    Über einen Auktions-Weltrekord und seine Hintergründe
  • Mauritius – Faszination durch Zeit und Raum:
    Nur äußerst selten verlassen die Preziosen der königlichen Sammlung Großbritannien.

© Beitrags-, Titelbild: Franz Xaver Winterhalter – Osborne House, Isle of Wight, gemeinfrei, www.wikimedia.org.


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Dieses Buch zeigt ca. 100 bekannte,
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Verfasst von: Stefan Liebig

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