Königliche Post mit Plattenfehler – Social Philately

Königliche Post mit Plattenfehler – Social Philately

Einzigartig, attraktiv und über die Philatelie hinaus bemerkenswert – so kann man einen Brief charakterisieren, der 1853 von München an  Prinz Albert von England, den Gemahl Königin Victorias, adressiert wurde.

„Prinz Albert-Brief“ überzeugt auch Prüfer

Prinz Albert beim Lesen seiner Korrespondenz. 

Am 2. August 1853 aufgegeben, verließ er München per Bahn, erreichte Straßburg am 5. August und kam am 16. August in London an. Frankiert wurde der Brief attraktiv und farbenfroh mit fünfmal 9 Kr. sowie 3 Kr. (MiNr. 5cIII und 2II/3), also insgesamt 48 Kreuzern, welche den Tarif eines Briefes nach Großbritannien via Frankreich zu dieser Zeit korrekt beglichen. Die 9- Kr.-Marken präsentieren sich in einem Dreierstreifen und einem Paar, dessen rechte Marke sogar einen Plattenfehler aufweist, und die Entwertung der Marken erfolgte mittels Mühlradstempel „217“.

Grenzen der Forschung

Soweit die Fakten, welche der Brief selbst erzählt. Leider lässt sich der Absender nicht mehr ermitteln. Da wäre man doch auf Spekulationen angewiesen – kommt der Brief aus hochherrschaftlichem Hause, oder von einer Manufaktur wie etwa Nymphenburg, oder steht er in Verbindung mit Prinz Alberts Leidenschaften (Komponieren, Landwirtschaft und Gartenarchitektur)? Das lässt sich nun nicht mehr sagen. Aber einzigartig ist dieser Brief dennoch, da nur dieser eine Beleg aus Bayern an den Prinzen Albert bekannt ist.

Ein wirklich außergewöhnlicher Beleg – was die fachkundigen Atteste zweifelsohne belegen.

Dazu sei nur daran erinnert, dass Prinz Albert ja von Hause aus Prinz Franz Albert August Karl Emanuel von Sachsen-Coburg-Saalfeld hieß und 1840 (im Alter von 21) seine Cousine ‚Queen Victoria‘ heiratete. (Natürlich hatte der ‚Organisator‘ der europäischen Königshäuser, sein Onkel Leopold, der spätere König von Belgien, seine ‚Fäden im Hintergrund gesponnen‘.) Prinz Albert nahm, gerade in den 1850er-Jahren, doch stärkeren Einfluss auf die Entwicklung Englands, besonders im Inneren, und seine Bemühungen um die innere Stärke und Modernisierung Englands und ganz Großbritanniens wirkten auch nach seinem Tode 1861, und teilweise bis heute. Ein ganz besonderer Brief und ein kleines Zeitdokument, welches einen besonderen Platz in der Briefmarkenauktion Christoph Gärtners einnimmt und am 21. Juni 2017 versteigert wird.

Dieser Artikel erschien im Sonderheft SocialPhilately – eine Beilage des BRIEFMARKEN SPIEGEL 7/2017. Hier können Sie das gesamte Heft als ePaper lesen.


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Verfasst von: Stefan Liebig

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