Zwei Vorschriften verletzt

Die Formulierung ist eindeutig: ‚ÄěBriefmarken und Frankiervermerke, die au√üerhalb der Frankierzone angebracht wurden, ‚Ķ werden grunds√§tzlich nicht f√ľr die Frankierung ber√ľcksichtigt.‚Äú In der Praxis schenken die Mitarbeiter der Deutschen Post dieser etwas drastischen Regel kaum Beachtung. Eine querformatige Sondermarke zu 55 Cent und zwei Automatenmarken √† 10 Cent d√ľrfen ruhig rechts oben nebeneinander kleben, auch wenn sie ihres Formates wegen nicht in die Frankierzone passen, die 74 Millimeter breit und 40 Millimeter hoch ist. Die Marke des Blocks ‚Äě500 Jahre Sixtinische Madonna‚Äú l√§ge aber fernab der Frankierzone, mag der Block auch quer durchaus auf einen Umschlag im Format DIN lang passen. Im Postalltag d√ľrfte eine solche Sendung durchschl√ľpfen; vielleicht l√§sst sich auch der eine oder andere Post-Mitarbeiter zu einer sauberen Stempelung √ľberreden. Die philatelistische Anforderung, den Postbetrieb korrekt zu dokumentieren, erf√ľllt ein solcher Beleg aber auch nicht mit Augenzwinkern. Zudem verletzt er die Vorschriften zur Lesezone. Wer ausreichend kunstfertig ist, der kann gewiss die Anschrift links neben dem Block auf dem Kuvert platzieren. Doch sind auch diesbez√ľglich die Vorschriften eindeutig: ‚ÄěUnterhalb und rechts von der Aufschrift d√ľrfen keine sonstigen Angaben/Grafiken angebracht werden.‚Äú Der Block w√ľrde un√ľbersehbar in die Lesezone ragen. Selbst mit List und T√ľcke lassen sich also keine portogerechten Einzelfrankaturen herstellen, da Belege mit dem Block nicht maschinell zu bearbeiten sind. Das ist die Voraussetzung f√ľr die Anerkennung eines Standardbriefes.


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Authored by: Anatol Kraus

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