Marke der Woche: Verkehrssicherheit

Belgien_Verkehrssicherheit_Briefmarken-BlockDie aktuelle Briefmarke der Woche stammt dieses Mal aus Belgien. Das Thema lautet ‚ÄěVerkehrssicherheit‚Äú, der Titel ‚ÄěZiel Null‚Äú. Die Aussage ist klar, man m√∂chte erreichen, dass in der j√§hrlichen Unfallstatistik die Unfalltoten eines Tages den Wert Null erreichen. Bereits 2012 hatte man sich in dem kleinen Nachbarland daf√ľr m√§chtig ins Zeug gelegt. Das Institut f√ľr Verkehrssicherheit hatte sich, von der Tabakindustrie und den Tierschutzorganisationen augenscheinlich inspiriert, in einem kreativen Moment dazu hinrei√üen lassen, gef√§lschte Todesnachrichten zu versenden, um die Menschen aufzur√ľtteln. Insbesondere die vermeintlichen Toten waren nicht am√ľsiert, als diese Botschaften etwa am Arbeitsplatz die Runde machten. Wer m√∂chte schon zu Lebzeiten erfahren, wie die Kollegen wirklich √ľber einen gedacht haben? (‚Ķweiter‚Ķ)

Briefmarke_Verkehr_SicherheitDoch nun wird die Philatelie Zeuge einer wesentlich harmloseren und auch √§sthetischeren Kampagne. Ein h√ľbsch mit gemalten Bildern gestalteter Briefmarkenblock thematisiert in f√ľnf kleinen Szenen Aspekte des korrekten Verhaltens im Stra√üenverkehr. Die kleinen Kunstwerke stammen offensichtlich aus Kinderhand und enthalten viel Humor. So ist der Radfahrer, vorbildlich mit Helm und Sicherheitsweste ausgestattet, augenscheinlich schwer verliebt, wie dem gr√ľnen Licht der Ampel zu entnehmen ist. Ob es hilft, unrasiert zu radeln, ist eher eine Glaubensfrage. Der Verfasser kann jedoch aus eigener Erfahrung best√§tigen, dass es zumindest nicht schadet. Und wer die Zeit der morgendlichen Rasur einspart, braucht auch nicht so hektisch zu fahren. Die zweite Sondermarke zeigt eine besonders sichere Stra√üe. Denn augenscheinlich fahren dort so selten Autos, dass bereits Blumen aus dem Asphalt sprie√üen und Schnecken, ohne Helm und Sicherheitsweste, die √úberquerung wagen. Deutlich perfider, wenn auch nicht weniger erfolgreich, geht die alte Dame auf Briefmarke Nummer drei vor: Sie schubst mit ihrem Stock einen kleinen Jungen vor die heranrasenden Autos, quasi ein K√∂der f√ľr die hungrigen K√ľhlerhauben, sodass sie anschlie√üend unbemerkt und unbeschadet √ľber den Asphalt huschen kann. Auf der vierten Marke macht der Radfahrer fast alles richtig. Er f√§hrt n√§mlich in die dem PKW entgegengesetzte Richtung. Leider schaut er jedoch die ganze Zeit gebannt in die ‚ÄěKamera‚Äú, die sch√∂nen Blumen werden es mit ihrem Leben bezahlen. Aber Blumen sind ja auch streng genommen keine Verkehrsteilnehmer, insofern fallen sie ja aus jeder Statistik heraus.

Briefmarken-FluoreszenzEine Marke fehlt allerdings, sie ist quasi die ‚ÄěSupermarke‚Äú, die alle anderen √ľberfl√ľssig machen w√ľrde. Sie tr√ľge den Titel: ‚ÄěMensch Leute, wenn Ihr im Verkehr unterwegs seid, dann denkt nach, was Ihr tut. Handy aus-, Gehirn einschalten! Und bitte nehmt R√ľcksicht aufeinander.‚Äú Aber ganz im Ernst: wenn diese grunds√§tzlichen Verhaltensweisen im Umgang mit den Mitmenschen auch sonst in allen Bereichen des Lebens ignoriert werden, warum sollte man dann gerade im Verkehr darauf achten? Wie die britische Fachzeitschrift ‚ÄěInjury Prevention‚Äú j√ľngst klarstellte, sinkt die Aufmerksamkeit eines Handybenutzers vergleichbar mit der eines schwer Angetrunkenen. Wenn man sich dieses Bild einmal auf die heimische Fu√üg√§ngerzone √ľbertr√§gt, m√∂chte man eigentlich keinen Fu√ü mehr vor die T√ľr setzen. Ganz bestimmt w√ľnscht man sich jedoch diese Menschen nicht hinter das Steuer. Auch die Kriegsdienstverweigerung vergr√∂√üert die √úberlebenschancen ungemein. Allerdings anders, als man meinen m√∂chte. Die aktuellen Statistiken belegen n√§mlich, dass die meisten Opfer unter den Soldaten im Verkehr zu beklagen sind. Und bitte, liebe Eltern, bringt Eure Kinder nicht mit dem Auto zu Schule. Das Land Hamburg hat n√§mlich ermittelt, dass die Kinder, die in Mamis dickem Gel√§ndewagen zum Unterricht kutschiert werden, am ehesten in einen Unfall verwickelt werden. Das sollte einem zu denken geben, oder? Daher pl√§dieren wir f√ľr Marke Nummer f√ľnf: ‚ÄěGo for zero‚Äú steht dort und wir sehen eine leere Stra√üe. Denn erst wenn wir null Verkehrsteilnehmer haben, werden wir auch null Verkehrstote haben. Bis dahin kann man selbstverst√§ndlich Helme tragen, verliebt auf gr√ľne Ampel schauen, lustige Bilder malen oder durch die Rabatten radeln, aber bittesch√∂n mit R√ľcksicht, Aufmerksamkeit und Verantwortungsgef√ľhl.

 

 

Briefmarke_Strasse_ohne_Autos

 

 


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Authored by: Jan Sperhake

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