Marke der Woche: Kunst von der bunten Insel

Kunst von Diana Copperwhite auf Briefmarke

Diana Copperwhite: Patterened Behaviour

Unsere heutige ‚ÄěMarke der Woche‚Äú kommt aus dem sch√∂nen Irland, das bekanntlich als ‚Äědie gr√ľne Insel‚Äú bezeichnet wird. Das stimmt sicherlich in Hinblick auf die reiche Vegetation. Doch die vier Sondermarken zu 60 Cent, die am 27. M√§rz an die Postschalter kommen, sind von einer ausgesprochen Farbenfreude. Denn das Thema lautet: Zeitgen√∂ssische Kunst. Viele Menschen denken bei Kunst aus Irland an die reichhaltigen, traditionellen Arbeiten aus dem Textil und Kunstschmiedebereich, aber das ist in etwa so aussagekr√§ftig wie die Reduktion Deutschlands auf Kuckucksuhren und Krachlederhosen. Dabei vermochte der deutsche K√ľnstler Gerhard Richter etliche Rekorde auf dem Kunstmarkt aufzustellen. 2013 erzielte er auf einer Kunstauktion den h√∂chsten, jemals f√ľr die Arbeit eines lebenden K√ľnstlers gezahlten Preis.

Die vorgestellten irischen K√ľnstler sind noch nicht ganz so weit auf den Olymp des Kunstmarktes gelangt, aber der Markt sagt bekanntlich wenig √ľber die Qualit√§t der Werke aus, bzw. um noch einmal Gerhard Richter zum Thema Preisentwicklung zu zitieren: ‚ÄěDas ist genauso absurd wie die Bankenkrise ‚Äď unverst√§ndlich, albern, unangenehm.‚Äú Die Arbeiten auf den vier Sondermarken brauchen in ihrem k√ľnstlerischem Wert keinen Vergleich zu scheuen. Die Sch√∂pferin der eingangs gezeigten Briefmarke, Diana Copperwhite, Jahrgang 1969, hat etliche internationale Kunstpreise gewonnen, und ihre Arbeiten finden sich in √∂ffentlichen und privaten Sammlungen in Europa, den USA und Australien. Dabei legt sie selbst gro√üen Wert darauf, dass der Schaffensvorgang ein rein kreativer Akt sei. Copperwhite entwirft keine Strukturen. Sie gew√§hrt den Farben freie Hand im Entstehungsprozess.

Sean Scully liebt präzise Formen

Maesta

Ganz anders arbeitet der 1945 in Dublin geborene Sean Scully. Er hat sich in der langen Zeit seines k√ľnstlerischen Schaffens durch verschiedene Stile bewegt, bis er sich auf Linienformen und minimalistische Gestaltungen konzentrierte. Gerade in den USA, deren Staatsb√ľrgerschaft Scully seit 1983 besitzt, war er sehr erfolgreich, und seine Werke h√§ngen in den wichtigsten Galerien wie dem Metropolitan Museum of Modern Art und der Tate Gallery. Im Alter entdeckte er auch Skulpturen und die Schriftstellerei f√ľr sich. Er ist sicherlich einer der etabliertesten K√ľnstler Irlands.

Skulptur von Eilis O' Connell

Light Receiver

Fasziniert von dreidimensionalen Formen ist die Bildhauerin Eilis O‘ Connell. Von der Kunsthochschule in Cork schaffte sie es bald nach Boston und in die irische Kunstszene New Yorks. Heute befinden sich viele ihrer Werke in Gro√übritannien. Aber sie vertrat ihre Insel auch schon mehrfach bei internationalen Kunstausstellungen wie der Pariser Biennale von 1982 und der in Sao Paulo 1985. Das abgebildete Werk geh√∂rt zu ihren zahlreichen Arbeiten im Bereich Transparenz und Licht. Aber auch archaische und naturnahe Formen finden sich im Lebenswerk von Eilis O‘ Connell, wobei sie sich nie scheute, mit den unterschiedlichsten Materialien zu arbeiten.

Irritierende Arbeiten von Alice Maher

Chaplet

Alice Maher stellt in ihrer Arbeit auf immer wieder erstaunliche Weise die Frage nach dem Menschen und der Natur. Dabei taucht sie nicht in bestehende Diskurse ein, sondern Maher stellt diese Frage ganz konkret. Dort ist der Mensch, ihm an die Seite gestellt sind nat√ľrliche Materialien oder Strukturen. Das mag ein mit Muschelschalen beklebtes Gesicht sein, eine Schulter mit einer Grassode oder aber ihre provozierenden Halsketten aus rohen Fleisch oder gar abgeschnittenen Zungen. Das mag nicht jedermanns Geschmack sein, mangelnde emotionale Kraft kann man ihren Arbeiten aber sicherlich nicht unterstellen. Das f√ľr die Markenserie ausgew√§hlte Werk entstammt einer siebenteiligen Serie ausdrucksstarker Verh√ľllungen ihres Kopfes. Sie √ľberschreitet mit gro√üer Leichtigkeit die Grenzen von Skulptur, Malerei und Fotografie.

Wer also denkt, dass moderne Kunst abstrakt und lebensfern sei, der sei durch diese sch√∂ne Sondermarken-Serie von der bunten gr√ľnen Insel eines Besseren belehrt. Kunst macht Spa√ü. Und sie ist f√ľr jeden verf√ľgbar. Nun auch am Postschalter.


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Authored by: Jan Sperhake

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