Marke der Woche: Harmloser Unfug

Das Unterwasser-Postamt von Vanuatu auf SondermarkenblockUnsere heutige ‚ÄěMarke der Woche‚Äú besch√§ftigt sich ausnahmsweise nicht mit einer aktuellen Sondermarke, sondern stellt ein kurioses Motiv aus dem Dezember vergangenen Jahres vor. Zu rechtfertigen w√§re dies vielleicht auch dadurch, dass unsere Marke a) vom anderen Ende der Welt stammt und b) das zust√§ndige Postamt selbst vor Ort nicht leicht zu finden ist. Es befindet sich n√§mlich in einigen Metern Tiefe im Meer. Sein Name lautet ‚ÄěVanuatu Unterwater Post Office‚Äú. Was nun eher wie ein Aprilscherz klingt, ist unbarmherzige Realit√§t. Dieses nur f√ľr Taucher erreichbare Postamt in den lichten Gew√§ssern der S√ľdsee hat sich sogar zu dem meistfrequentierten Aufgabeort f√ľr Urlaubskarte auf Vanuatu √ľberhaupt entwickelt. Eine Stunde t√§glich blubbert dort unten ein Postbeamter vor sich hin. Und wer sich nun absch√§tzig dar√ľber √§u√üert, dass so ein Unfug ja nur auf der anderen Seite der Welt entstehen k√∂nne, der sei eines Besseren belehrt. Auch in Norwegen erfreut sich eine √§hnliche Einrichtung gro√üer Beliebtheit. Das erste deratige Postamt soll √ľbrigens bereits 1939 auf den Bahamas betrieben worden sein.

Die Queen blieb gelassenDie Postverwaltungen auf der ganzen Welt sind ja neuerdings mit allen Mitteln dabei, Aufmerksamkeit f√ľr ihre Produkte zu wecken. Seidenpapier, Gold- und Silberfolie, Keramik-Briefmarken, Stinkmarken in allen Varianten, ja sogar Piepsmarken sind uns schon begegnet. Warum also nicht gleich die ganze Post im Meer versenken. Wenn es der Beliebtheit f√∂rderlich ist, k√∂nnte man ja vielleicht gleich noch ein paar Vorstandsmitglieder der Deutschen Post hinterherschicken. B√∂swilligen Ger√ľchten zufolge erw√§gt sogar die Kanzlerin, einige besonders unbeliebte Mitglieder ihres Kabinetts in der Tiefsee zu versenken. Angesichts der steigenden Pensionen f√ľr Ex-Politiker k√∂nnte das sogar den Haushalt merklich entlasten. Und damit w√§re die deutsche Politik auch nicht ganz so unterirdisch wie ihr Ruf.

Schon einmal zeigte Vanuatu sein Unterwasser-PostamtDerart exotische Postaufgabestellen erfordern allerdings vom Postkunden auch ein ger√ľttelt Ma√ü an reflektiertem Menschenverstand. Unl√§ngst wurde ein deutscher Philatelist auf Vanuatu von einem Postbeamter mit der Harpune verletzt, als er auf ‚Äěnassklebenden Marken‚Äú beharrte. Das war nicht witzig. Auch der Paketversand unterliegt Einschr√§nkungen: Back- und Brausepulver, Gummib√§rchen, sowie lithiumhaltige Produkte sind vom Versand ausgeschlossen. Eine gr√∂√üere Sendung von Waschmaschinen-Tabs f√ľhrte k√ľrzlich zu einer unfreiwilligen Wechselgeld-W√§sche innerhalb der Unterwasser-Postamts. Dumm gelaufen, Herr Hoene√ü, Vanuatu w√§re es vielleicht gewesen.

Das ist nat√ľrlich alles Unfug. Eine Tatsache ist jedoch, dass das submarine Postamt seinen 10. Geburtstag feierte. Und dazu gratulieren wir nat√ľrlich von Herzen. Weiter so! Es gibt einfach nichts, was zu albern ist, als dass man damit nicht Geld verdienen kann. Denn jedes Produkt ist immer nur der Spiegel seines Kunden, nicht wahr?

Sogar der Weihnachtsmann muss abtauchen


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Authored by: Jan Sperhake

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