Marke der Woche: Der monegassische Johannisbrotbaum

Johannisbrotbaum auf Briefmarke aus MonacoDas F√ľrstentum Monaco erkor einst den Johannisbrotbaum oder Karobbaum (Ceratonia siliqua) als Nationalbaum und huldigt diesen vielfach genutzten Baum erneut mit einer h√ľbschen Sondermarke, welche am 12. Juli erscheint. Bereits 1996 wurde eine monegassische Marke mit dem Motiv eines Fruchtstandes der Baumart neben einer Glockenblume aufgelegt (MiNr. 2332).

Der Baum z√§hlt zu den Vertretern der H√ľlsenfr√ľchte und damit zu einer Pflanzenfamilie, die f√ľr den Menschen zahlreiche n√ľtzliche Arten hervorgebracht hat.

Die Verwendung des vermutlich aus dem arabischen Raum stammenden Baumes l√§sst sich bis in das 2. Jahrtausend vor Christus zur√ľckverfolgen. So existieren Berichte √ľber Thutmosis II. und Ramses III., welche das Holz als Baumaterial einsetzten. Au√üerdem sollen auch die Bandagen bei der Mumifizierung der Toten mit dem Fruchtextrakt des Baums behandelt worden sein. Die R√∂mer brachten die Pflanze dann in den mediterranen Raum, wo sie auch als Viehfutter Verwendung fand. Diese Form der Nutzung wird auch in der Bibel erw√§hnt.

In der Antike wurden die Samen des Baumes aufgrund ihres konstanten Durchschnittsgewichts von etwa 200 Milligramm auch als W√§geeinheit f√ľr Diamanten verwendet. Daran erinnert heute noch die Einheitsbezeichnung Karat. Das Wort lehnt sich an das franz√∂sische le carat, welches seinerseits Wurzeln im italienischen carato hat. Dieses wiederum entstand, √ľber Umwege vom arabischen ?????? / q?r??, aus dem griechischen ker√°tion, was soviel wie ‚ÄěH√∂rnchen‚Äú bedeutet. Der wissenschaftliche Name Ceratonia siliqua ist den h√∂rnchenf√∂rmigen Fruchth√ľlsen geschuldet.

Im 19. Jahrhundert wurde der Baum dann durch Emigranten nach S√ľdamerika, Australien, Indien und in die USA verbreitet und als Ersatz f√ľr Kakao und bei der Alkoholherstellung verarbeitet. Heutzutage werden vorwiegend die Samen getrocknet und zu Johannisbrotkernmehl gemahlen, welches dann als Verdickungsmittel in der Lebensmittelindustrie eingesetzt wird. Das Mehl wird in der EU unter der Bezeichnung E 410 in S√ľ√üwaren, So√üen, Suppen, Puddings und Speiseeis beigemischt.

Warum der Johannisbrotbaum Johannisbrotbaum hei√üt, ist nicht eindeutig gekl√§rt. Es ranken sich Legenden um den Johanniterorden, der ma√ügeblich bei der Verbreitung der Baumart beteiligt gewesen sein soll. Eine andere, vermutlich wahrscheinlichere Herkunft, bezieht sich direkt auf Johannes den T√§ufer, den Matth√§us bei dessen Aufenthalt in der W√ľste folgenderma√üen beschreibt (Matth√§us 3, 4): ‚ÄěJohannes trug ein Gewand aus Kamelhaaren und einen ledernen G√ľrtel um seine H√ľften; Heuschrecken und wilder Honig waren seine Nahrung.‚Äú

Warum Johannes der T√§ufer sich ausgerechnet von Heuschrecken ern√§hrt haben soll, erscheint zun√§chst irritierend. Betrachtet man aber die hebr√§ischen W√∂rter f√ľr Heuschrecken (hagavim) und Johannisbrotb√§ume (haruvim), so liegt die Vermutung nahe, dass ein Schreib- und √úbersetzungsfehler urs√§chlich f√ľr den seltsamen Ern√§hrungsplan des T√§ufers ist. Auch unter biologischen Gesichtspunkten erscheint diese Deutung als wahrscheinlich. Johannisbrotb√§ume sind mit ihrem tiefgr√ľndigen Wurzelwerk bestens an trockene Landstriche angepasst, w√§hrend Heuschrecken tendenziell eher eine W√ľste hinterlassen als in ihr zu leben.

von Boris M. Hillmann


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Authored by: Jan Sperhake

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