Briefmarke der Woche: Von der Wissenschaft und anderem Nonsens

Wissenschaft auf Briefmarken der Niederlande‚ÄěDie Wissenschaft, sie ist und bleibt, was einer ab vom andern schreibt – doch trotzdem ist, ganz unbestritten, sie immer weiter fortgeschritten.‚Äú Das Zitat stammt von dem Dichter Eugen Roth und ist im Vorwort des Werkes ‚ÄěGro√ües Tierlebens‚Äú enthalten. Ganz unrecht hat er damit nicht, schaut man sich die j√ľngsten Plagiatskandale in den Reihen unserer Politiker an. Dennoch sollte man sich dem Thema Wissenschaft immer noch unschuldig n√§hern, so wie es die neuen Sondermarken aus den Niederlanden illustrieren, die heute erscheinen.

Die auf dem Satz dargestellten Versuchsaufbauten kennt ein jeder von uns noch aus der Schule. Physikalisch-chemische Zusammenh√§nge lassen sich eben am besten mit lustigen und allt√§glichen Dingen erkl√§ren. Dass dabei Theorien nur best√§tigt aber nicht bewiesen werden, ist eine andere Sache. Ein wesentliches Prinzip der Wissenschaft ist letztlich, dass man bestimmte Annahmen in Versuchsreihen einbettet und diese Annahmen √ľber eine gewisse Anzahl von Versuchen verifiziert.

Leider lassen sich bestimmte Theorien einfach nicht beweisen, da sie nicht reproduzierbar und damit statistisch √ľberpr√ľfbar sind. So etwa der Urknall oder die Evolution. Das, was Wissenschaft hier macht, ist letztlich nur Indizienbeweise sammeln, die ein entsprechendes Urteil, also die Theorie, zulassen. Die Urknall-Theorie und die von Darwin postulierte Evolutionstheorie haben sich aufgrund ihrer Schl√ľssigkeit und st√ľtzenden Erkenntnisse im Bereich der Teilchenphysik und auch Messbeobachtungen des Weltalls bzw. Fossilienfunden und anatomischen Merkmalen der heute lebenden Arten, durchgesetzt.

Bewiesen, im Sinne eines strengen Beweises, den die Wissenschaft f√ľr sich einfordert, sind sie damit nicht. Das bedeutet nat√ľrlich im Umkehrschluss, dass es auch noch andere Theorien gibt, die neben diesen etablierten wissenschaftlichen Fundamenten existieren. Beschr√§nken wir uns lediglich auf die Alternativen der Evolutionstheorie, so wurde dereinst angenommen, dass die Tiere ihre Merkmale nicht vererben, sondern erwerben. Also der Hals der Giraffe w√§chst stetig, da die Bl√§tter ja weit oben wachsen. Jean-Baptiste Lamarck hatte mit dieser Theorie nicht Recht, wie uns die Genetik heute zeigt.

Eine weitaus bekanntere Alternative ist im mehr religi√∂sen Umfeld zu verorten: Kreationismus oder die Sch√∂pfungstheorie. Hier gehen die Theoretiker davon aus, dass eine h√∂here Macht, ein √ľbernat√ľrlicher Designer, die nat√ľrliche Umwelt geschaffen hat. Fossilien werden mitunter als Beiwerk angesehen, das uns zur Freude und Erg√∂tzung dient. Andere sehen darin den Beweis f√ľr die H√∂lle und D√§monen. Zugegeben, manch Dinosaurier sieht als Skelett nicht unbedingt so aus, als w√§re gut Kirschen essen mit ihm.

Eins allerdings sollten auch die Anh√§nger dieser, mitunter nicht immer logischen, Theorien beachten: Ebenso wie die etablierte Theorie zur Geschichte des Lebens, d√ľrfen sich die Alternativen nicht auf ‚Äěwissenschaftliche Beweise‚Äú st√ľtzen, die aus alten Schriften oder durch anderer Deutung von Forschungsergebnissen entnommen werden. Auch die Kreationisten m√ľssen √ľber eindeutige Indizien ihre Theorien st√ľtzen oder eben falsifizieren. Dann w√§ren sie auch Teil der Wissenschaft.


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Authored by: Boris M. Hillmann

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