Marke der Woche: In Nordkorea gehen die Uhren anders

Marke der Woche: In Nordkorea gehen die Uhren anders

In Nordkorea gehen die Uhren anders, vor allem seit dem 15. August 2015. Diktator Kim Jong Un veranlasste f├╝r sein Land die Einf├╝hrung einer neuen Standardzeit. F├╝r eine eigene Zeitzone stellte Nordkorea die Uhren um 30 Minuten zur├╝ck und seitdem gibt es auf der koreanischen Halbinsel zwei Zeitzonen. Grund ist der 70. Jahrestag der Befreiung Koreas von der japanischen Fremdherrschaft.

Zu Beginn des neuen Jahres erscheint in Nordkorea am Freitag, 1. Januar, dazu die Briefmarke ÔÇ×DPRK stellt die Standardzeit einÔÇť in der grafischen Darstellung einer Uhr mit topografischer Ansicht des Gebietes im Wert von 30 W.Nordkorea_2

ÔÇ×Die japanischen Imperialisten hatten die f├╝r immer unverzeihlichen Verbrechen begangen, das 1.200 kilometerlange Territorium mit der stolz erf├╝llten 5.000-j├Ąhrigen Geschichte und Kultur erbarmungslos mit F├╝├čen getreten, die beispiellose Vernichtung der koreanischen Nation betrieben und sogar der Standardzeit von Korea beraubt zu habenÔÇť, hie├č es am 5. August 2015 in einer Presseerkl├Ąrung der staatlichen Nachrichtenagentur KCNA, mit der die neue Zeitzone erkl├Ąrt wurde.

Von 1910 bis 1945 war die koreanische Halbinsel von Japan besetzt. Als Kolonie und offizieller Teil des japanischen Kaiserreichs wurden die Koreaner japanische B├╝rger. Allerdings galten f├╝r sie andere Regeln: Die Japaner unterdr├╝ckten die Koreaner zunehmend und behandelten sie wie Menschen zweiter Klasse. Sie durften ihre Sprache nicht sprechen und mussten japanische Namen annehmen.

Hunderttausende Koreaner mussten in dieser Zeit den Japanern als Sklavenarbeiter in den Minen und die Frauen als Prostituierte als sogenannte Trostfrauen dienen. Die japanischen Besatzer beuteten die Rohstoffe Koreas aus, mit denen sie vor allem ihre R├╝stungsindustrie w├Ąhrend des Zweiten Weltkriegs am Laufen hielten. Die Koreaner mussten auch ihre landwirtschaftlichen Erzeugnisse an Japan liefern.

In dieser Zeit sorgten die Japaner auch daf├╝r, dass die Uhren in Japan und Korea gleichgingen: sieben Stunden vor der mitteleurop├Ąischen Sommerzeit. Viele ├Ąltere Nord- und S├╝dkoreaner verbindet noch heute ein tiefer Groll gegen├╝ber Japan.

Mit der Zeitumstellung auf Pj├Ângjang-Zeit will Nordkorea ein weiteres St├╝ck aus dieser dunklen Vergangenheit hinter sich lassen. Beobachter vermuten auch, dass Kim Jong Un mit der Zeitumstellung seine eigene Position st├Ąrken und sich die tiefe Ablehnung der Koreaner gegen├╝ber Japan daf├╝r zunutze machen will.

Nordkorea wird seit dem Ende des Zweiten Weltkriegs 1945 von der Sowjetunion gest├╝tzt, S├╝dkorea von den USA. Seit dem Koreakrieg von 1950 bis 1953 sind die beiden Nord- und S├╝dkorea miteinander verfeindet. Es gibt keinen Friedensvertrag, jedoch einen Waffenstillstand.

Nach dem Korea-Krieg war das Land endg├╝ltig gespalten und vollkommen zerst├Ârt. Rund vier Millionen Koreaner verloren in dieser Zeit ihr Leben und das Trauma des sogenannten Bruderkriegs wirkt noch heute nach. Der S├╝den f├╝rchtete au├čerdem die kommunistische Gefahr, der Norden eine imperialistische Bedrohung. Der Norden kapselte sich vom Weltgeschehen ab, w├Ąhrend der S├╝den sich gen Westen ├Âffnete und einen starken wirtschaftlichen Aufschwung erlebte. Seitdem kam es immer wieder zu massiven Spannungen, auch zwischen Nordkorea und Japan.

F├╝r S├╝dkorea kommt die Zeitumstellung nicht in Frage. Das Land will aus praktischen Gr├╝nden die gleiche Zeit wie Japan nutzen und verweist dabei auch auf internationale Standards. Das s├╝dkoreanische Verteidigungsministerium erkl├Ąrte, dass durch die neue Zeit in Nordkorea innerkoreanische Angelegenheiten schwierig werden k├Ânnten.

Das w├╝rde unter anderem Schwierigkeiten f├╝r den Industriepark in Kaesong bedeuten, den die beiden Staaten gemeinsam betreiben. Nordkorea w├╝rde mit der Zeitumstellung beide Staaten weiter auseinandertreiben, erkl├Ąrte das Verteidigungsministerium S├╝dkoreas.


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Authored by: Katrin Westphal

There are 2 comments for this article
  1. Heiko Hollaender at 13:43

    Seit dem 1.1.2016 gibt es wieder mehr
    M├Âglichkeiten, portogerechnete MeF zu verwenden, so z.B. 4×85 Cent f├╝r ein ├ťbergabe-Einschreiben bis 20g ins Ausland oder 4x90Cent f├╝r ein Einwurf-Einschreiben f├╝r einen Gro├čbrief ins Inland.
    Hoffe, dass Dr. H. Paetzold weitere M├Âglichkeiten nennt.

  2. sggsgsdsdsf at 23:23

    Was der obige erste Kommentar mit diesem Artikel zu tun haben soll, ist leider nicht nachvollziehbar. Er bezieht sich wohl auf einen anderen Artikel.

    Interessant an der abgebildeten Marke ist, dass die gesamte koreanische Halbinsel rot eingef├Ąrbt ist, also nicht nur Nord-, sondern auch S├╝dkorea! Ob das nicht einen kleinen Briefmarken-Skandal ausgel├Âst hat?

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