Briefmarke der Woche: So fern und doch so nah

Briefmarke der Woche: So fern und doch so nah

Tausende von Kilometern trennen China und Jersey ‚Äď und trotzdem haben die beiden L√§nder in einigen Bereichen ein komplett gleiches √Ėkosystem. Zumindest, was Wasserv√∂gel angeht. Viele Arten leben sowohl auf der kleinen Kanalinsel zwischen Gro√übritannien und Frankreich, und kommen ansonsten nur in bestimmten Regionen in China vor.

Diese Enten sind nicht nur etwas f√ľr Ornithologen.

Diese Enten sind nicht nur etwas f√ľr Ornithologen.

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Sechs dieser besonderen V√∂gel hat der Briefmarkenk√ľnstler Martin M√∂rck gezeichnet. Koloriert wurden sie in China, von Wang Huming aus Peking. Diese Gemeinschaftsproduktion erscheint unter der √úberschrift ‚ÄěVerbindungen mit China: Wasserv√∂gel‚Äú am 22. September auf Jersey. Die neuen Briefmarken sind im Wert von 6 x 48 p jeweils im 10er-Kleinbogen erh√§ltlich.
Die Marken sind nicht nur etwas f√ľr Ornithologen: Reiherente, Spie√üente, Mandarinente, Brandgans, Zwergs√§ger und Stockente sollen auch ganz normale Vogelfreunde begeistern. Jersey liegt en der Bucht von Saint-Malo, 150 Kilometer vor Gro√übritannien. Mit 100.000 Einwohnern ist Jersey die gr√∂√üte der Kanalinseln. Obwohl Jersey nicht zum Vereinigten K√∂nigreich Gro√übritanniens geh√∂rt, aber als Kronbesitz der britischen Krone untersteht, hat die Insel eigene Briefmarken ‚Äď neben einem eigenen Parlament, einer eigenen Gesetzgebung und einer eigenen W√§hrung.
Das gleichzeitige Vorkommen der V√∂gel bei einer so gro√üen Distanz kann am √§hnlichen Klima liegen. Auf Jersey ist es durch den Golfstrom das gesamte Jahr sehr mild. Die Winter sind meistens frostfrei. Aus der Kombination von mediterraner Vegetation und dem Klima gem√§√üigter Breiten ist eine √ľppige Vegetation entstanden, die f√ľr diesen Zufall die entsprechenden Rahmenbedingungen schafft.

Unterschiedliche Arten

Die am h√§ufigsten verbreitete S√ľ√üwassertauchente ist die Reiherente. Klein, kompakt und mit kurzem Schnabel hat sie einen auffallend runden Kopf. Sie kommt vor allem in Ost- und Mitteleuropa besonders oft vor. Im Norden Eurasiens und Nordamerikas ist vor allem die Spie√üente unterwegs. Sie sind etwas kleiner als Stockenten.
Die gilt als die gr√∂√üte Schwimmente Europas, die au√üerdem am h√§ufigsten vorkommt. Das liegt vermutlich daran, dass die Stockente in Sachen Brutplatz und Aufenthaltsort wenig anspruchsvoll ist. Wie ihr Name schon verr√§t kommt die Mandarinente urspr√ľnglich aus Ostasien. In Europa gibt es nur einzelne Populationen, die frei leben und vermutlich aus Gefangenschaftsfl√ľchtlingen entstanden sind.
Fast schon eine Halbgans ist die Brandgans. In Asien bevorzugt sie salzige Steppengew√§sser, in Europa h√§lt sie sich vorwiegend an K√ľsten auf. 15.000 Zwergs√§ger leben sch√§tzungsweise in Nordeuropa. Durch die Klimaerw√§rmung verschiebt sich sein Verbreitungsgebiet immer weiter Richtung Norden.
Wer sich auf Jersey √ľber die besonderen Wasserv√∂gel unterhalten m√∂chte, tut dies auf Englisch oder Franz√∂sisch. Allerdings mit starkem Dialekt, den die Einheimischen als ‚ÄěJersey-French‚Äú bezeichnen. Das liegt an der Vergangenheit, die Jersey bis heute mit Frankreich und Gro√übritannien verbindet.
Bis 1204 z√§hlte Jersey zu den L√§ndereien des Herzogs der Normandie. Er verlor die Insel zusammen mit den anderen Kanalinseln und sie gingen in den Besitz der englischen K√∂nige √ľber. Deswegen z√§hlen sie noch heute zum englischen K√∂nigshaus und nicht zu Gro√übritannien.


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Authored by: Katrin Westphal

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