Briefmarke der Woche: Kuriose Kloakentiere

Briefmarke der Woche: Kuriose Kloakentiere

Was ist das? Es sieht aus wie eine Mischung aus Otter, Ente und Biber, hat Fell, Schwimmhäute und einen Entenschnabel? Diese Beschreibung trifft nur auf ein Schnabeltier zu. Und es ist sogar noch ausgefallener, als es auf den ersten Blick erscheint, denn es legt als einziges Säugetier Eier. Das Kuriosum lebt in Australien und gehört zur Ordnung der Kloakentiere.

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Kein Wunder, dass die australische Post auf diese tierische Besonderheit der Natur mit zwei besonderen Briefmarken hinweist. Die Marken zeigen zwei typisch australische Tiere vor blauem und roten Laubhintergrund: Ein Schnabeltier und einen Kurzschnabeligel. Die Marken mit den Kloakentieren gibt es ab dem 26. September im Briefmarkenhandel. Sie erscheinen in den Wertstufen zu 2.10 $ und 2.95 $.
Obwohl sie als S√§ugetiere keinen lebenden Nachwuchs geb√§ren, sondern Eier legen. Bekannt sind sie auch unter dem Namen Kloakentiere. Sie sind Fleischfresser: Das Schnabeltier verspeist am liebsten Krebstiere, Insektenlarven und W√ľrmer, w√§hrend der Kurzschnabeligel, der auch als Ameisenigel bezeichnet wird, selbige bevorzugt, aber auch zu Termiten und Regenw√ľrmern nicht Nein sagt.
Das Schnabeltier konnte sich nahezu unbemerkt entwickeln und wurde erst vor etwa 200 Jahren in Australien entdeckt. Englische Seeleute brachten ein Kadaver dieser Spezies von einer Fahrt von Australien mit und die Wissenschaftler hielten es erst f√ľr eine F√§lschung. Dabei leben Schnabeltier und Ameisenigel noch heute dort und kommen au√üerdem auch in Tasmanien und Neuguinea vor.
Ihren Namen als Kloakentiere verdanken sie der gemeinsamen √Ėffnung (Kloake) f√ľr Ausscheidungs- und Geschlechtsorgane. Sie werden in zwei Gattungen unterteilt: in Lang- und Kurzschn√§bel. Die Art der Langschn√§bel w√§chst auf eine L√§nge von 45 bis 75 Zentimetern heran, die Kurzen werden 35 bis 55 Zentimeter gro√ü.

Unter Artenschutz

Der K√∂rper des Schnabeltiers ist flach und stromlinienf√∂rmig und hat ein br√§unliches, wasserabweisendes Fell. Die M√§nnchen haben an den Hinterbeinen Giftsporne, √ľber die sie Gift ausscheiden. Das wird nur w√§hrend der Paarungszeit von Juli bis Oktober produziert. Die etwa drei Eier, die ein Weibchen legt, br√ľtet es in einem kleinen Erdbau aus. Wenn die Jungtiere geschl√ľpft sind, werden sie ges√§ugt. Nach etwa f√ľnf Monaten verlassen sie den Bau. F√ľnf bis acht Jahre werden Schnabeltiere alt.
Ameisenigel haben Zehen mit Grabkrallen. Wie die Schnabeltiere haben sie Stachel an der Hinterbeinen, k√∂nnen allerdings kein Gift absondern. Ihre Zunge ist bis zu 18 Zentimeter lang und statt Z√§hne haben sie Hornplatten. Ein bis drei Eier legt das Weibchen und br√ľtet diese in einem Beutel an der Bauchseite aus. Auch die geschl√ľpften Babys bleiben erstmal in dem Beutel und kommen erst nach acht Wochen in den Bau. Ein Jahr lang bleiben sie bei ihrer Mutter. Ameisenigel k√∂nnen √ľber 20 Jahre alt werden.
Das Schnabeltier steht heute vollständig unter Artenschutz. In Neuguinea ist der Ameisenigel allerdings stark gefährdet, weil ihr Fleisch dort als Delikatesse gilt und die Tiere deswegen häufig gejagt werden.
Kloakentiere gelten bis heute als biologisches Kuriosum und werden zu den lebenden Fossilien gezählt. Eine Verewigung als Briefmarke sind die beiden außergewöhnlichen Tiere allemal wert.


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Authored by: Katrin Westphal

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