Briefmarke der Woche: Made in China

Briefmarke der Woche: Made in China

Ein besonderes Landschaftsgem√§lde, Made in China: In feiner Kalligraphie-Technik gezeichnet, ist das ber√ľhmte Landschaftsgem√§lde ‚ÄěEin Reisender in Shanyin County‚Äú von Lan Ying eigentlich nur im ‚ÄěNational Museum of History‚Äú auf Taiwan zu sehen. Doch ab Montag, 24. Oktober, ist es auch auf einer Briefmarke abgebildet und kann in alle Welt geschickt werden.

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Die Briefmarke erscheint in der Wertstufe zu 25.00 $ im Block. Sie hat eine Größe von 42 mal 81 Millimeter und wurde von der Delta Design Corporation entworfen. 25.000 Exemplare dieser Briefmarke wurden gedruckt. Sie zeigt einige mit Stroh bedeckte Häuser, die vereinzelt auf einem bewaldeten Berg stehen und eine einsame Figur, die gemächlich mit einem Boot entlang eines Flusses fährt.
Taiwan geh√∂rt zur Volksrepublik China, doch seine v√∂lkerrechtliche Stellung ist weiterhin umstritten und Grund f√ľr den Taiwan-Konflikt. Taiwan versteht sich als unabh√§ngiger Staat, w√§hrend China es als abtr√ľnnige Provinz sieht. Taiwan gilt als das modernere China, gleichzeitig aber auch als das urspr√ľnglichere. Ein Grund, warum die Insel im Chinesischen Meer die traditionelle Malerei mit der neuen Briefmarke in den Fokus der √Ėffentlichkeit stellt.
Lan Ying (1585 bis 1666) war ein Maler der Ming-Dynastie. Noch heute gilt der Chinese als Meister im Zeichnen von Landschaften, Blumen, V√∂gel und Personen. Seine Arbeiten zeichnen sich besonders durch den Einfluss der alten Meister aus. Das liegt daran, dass sich der K√ľnstler vor allem von Malern aus den Tang-, Song- und Yuan-Dynastien beeinflussen lie√ü.
Außerdem war Lan der letzte professionelle Maler der Zhe Schule. Sie etablierte sich während der Ming-Dynastie als eine der maßgeblichen Schulen. Ihre Mitglieder waren Berufsmaler am Hof der Ming-Kaiser. Sie hatten allerdings eine niedrige soziale Stellung und ihr Stil wurde von den damaligen Gelehrten als unzulänglich empfunden. Die Ming-Dynastie dauerte von 1368 bis 1644.
Inhaltlich ist den chinesischen Malern eine naturgetreue Darstellung ihrer Motive unwichtig. Ihnen geht es vielmehr um Atmosphäre und Stimmung, denn sie wollen mit ihren Bildern Empfindungen bei dem Betrachter wecken. Im Mittelpunkt stehen bei ihnen außerdem Schärfe und Kontur.

Yin und Yang in der Kunst

Um dies darstellen zu k√∂nnen, verwenden sie trockene und nasse Maltechniken. Damit wollen die Maler die Yin-Yang-Gegens√§tze in der Kunst widerspiegeln: Der nasse Strich steht f√ľr das weibliche Yin-Prinzip, der trockene harte symbolisiert hingegen das m√§nnliche Yang.
Auf Farbe verzichten die Maler vor allem, weil die Bilder in der Meditation verwendet werden. Buntes w√ľrde den Entspannungssuchenden zu sehr ablenken. Das Studium der traditionellen Malerei ist in China ein langer Lernprozess. Die Sch√ľler √ľben vor allem, indem sie die Bilder ihres Meisters kopieren. Der hat in seinen Werken wiederum seinem Meister nachempfunden. Auf diese Weise entsteht das gleiche Bild immer wieder neu, jeweils im Stil des jeweiligen Sch√ľlers und der jeweiligen Zeit.
Lan Ying wurde in der Provinz Zhejiang geboren und arbeitete unter den Pseudonymen Diesou, Shi Toutuo und Dongguo laoren. Sein Talent vererbte der K√ľnstler weiter: Auch sein Sohn Lan Yu und sein Enkel Lan Shen wurden Maler. Auf der aktuellen Briefmarke ist in der Gegenwart allerdings nur ein Werk des ber√ľhmten Vaters beziehungsweise Gro√üvaters zu sehen.


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Authored by: Katrin Westphal

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