Briefmarke der Woche: Lieber lachen als weinen

Briefmarke der Woche: Lieber lachen als weinen

Weißrussland verbindet mit China eine besondere Beziehung. Vor allem finanziell greift die Volksrepublik den Weißrussen immer wieder mit Milliardenkrediten unter die Arme. Seit 25 Jahren pflegen beide Staaten diplomatischen Umgang miteinander: 1992 nahmen Belarus und China diplomatische Beziehungen auf.

25 Jahre diplomatische Beziehungen zwischen Weißrussland und China

25 Jahre diplomatische Beziehungen zwischen Weißrussland und China

Lieber lachen als weinen Рdiplomatische Beziehungen zwischen Weißrussland und China.

Wei√ürussland erinnert an dieses Jubil√§um mit einer neuen Briefmarke, die am 20. Januar erscheint. Sie tr√§gt die Wappen der beiden L√§nder und die √úberschrift ‚Äě25. Jahrestag der Aufnahme diplomatischer Beziehungen zwischen Wei√ürussland und der Volksrepublik China‚Äú. Die neue Marke gibt es im Tarif H f√ľr Auslandsbriefe bis 20 g im 6er-Kleinbogen mit ZF.
Sowohl Wei√ürussland als auch China arbeiten daran, √ľber die diplomatischen Beziehungen hinaus eine so genannte Interessen- und Schicksalsgemeinschaft zu etablieren. Dazu wollen die beiden Staaten auf unterschiedlichen Gebieten kooperieren und versuchen, das gegenseitige politische Vertrauen immer weiter zu intensivieren und zu verbessern.
Wei√ürussland und China verbinden vor allem auch wirtschaftliche Interessen. Beide Staaten haben es zum gemeinsamen Ziel erkl√§rt, den Wirtschaftsg√ľrtel entlang der Seidenstra√üe zusammen auszubauen. Bei der ‚Äěneuen Seidenstra√üe‚Äú handelt es sich um die Pekinger Initiative, ein Netzwerk aus Transportwegen und Energienetzen zwischen China und Europa zu entwickeln. Wei√ürussland soll dabei eine Schl√ľsselrolle einnehmen.

Es geht auch ums Geld

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Auch bei regionalen und internationalen Angelegenheiten wollen beide Länder verstärkt kooperieren und ebenfalls im kulturellen Bereich zusammenarbeiten.
Doch vor allem geht es in der Verbindung auch um Geld. Als Weißrussland 2011 in der schwersten Finanzkrise seit der Unabhängigkeit vor 20 Jahren steckte, kam finanzielle Hilfe in Form eines Milliardenkredits aus China. Dabei ging es um die Finanzierung von drei gemeinsamen Projekten. Mit dem Geld von der chinesischen Export-Import-Bank sollte eine Zellstofffabrik gebaut und außerdem eine Stromleitung sowie eine Eisenbahnlinie renoviert werden.
F√ľnf Jahre sp√§ter reiste das chinesische Staatsoberhaupt Xi Jinping pers√∂nlich nach Wei√ürussland, mit noch mehr Unterst√ľtzung im Gep√§ck: Drei Milliarden Dollar an Krediten hat China wei√ürussischen Unternehmen zugesichert und vier Milliarden wei√ürussischen Banken versprochen.
F√ľr China ist die Finanzhilfe f√ľr Wei√ürussland kein Neuland. Bereits in der Vergangenheit hat die Volksrepublik die ehemalige Sowjetrepublik immer wieder mit Krediten unterst√ľtzt. Und Wei√ürussland kommt der neue Partner strategisch sehr gelegen, weil das Land damit seine Abh√§ngigkeit von Russland verringern kann.
Belarus wurde als ehemalige Sowjetrepublik 1991 mit der Aufl√∂sung der Sowjetunion unabh√§ngig. Noch heute identifiziert sich das abgeschiedene Land mehr mit der Sowjetunion als mit dem restlichen Europa. 9,5 Millionen Einwohner z√§hlt Belarus, die insgesamt auf einer Fl√§che von rund 208.000 Quadratkilometern leben. In dieser Isolation liegt auch der Reiz des Landes: weite Steppen, alte Burgen und Kl√∂ster, zahlreiche Seen und gr√ľne W√§lder machen Wei√ürussland aus.
Lieber lachen als weinen, lautet die Einstellung der Weißrussen. Seit 1994 regiert Alexander Lukaschenko das Land autoritär. Keine einzige Präsidentschaftswahl ist bisher als fair und frei anerkannt worden und Kritiker bezeichnen Lukaschenkos Weißrussland gerne als letzte Diktatur Europas.


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Authored by: Katrin Westphal

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