Stabile Werte: Berliner Sondermarken der 1950er-Jahre (Teil 1)

Stabile Werte: Berliner Sondermarken der 1950er-Jahre (Teil 1)

Derzeit dr√§ngen erstaunliche Best√§nde philatelistischen Materials auf den Markt und dies f√ľhrt dazu, dass die Preise eher nach unten als nach oben getrieben werden. Angesichts dieses Befundes, den man sowohl im traditionellen Auktionsgeschehen als auch im Online-Handel belegen kann, stellt sich die Frage, wie man nun seine Sammlung strategisch so aufbaut, dass man ein Maximum an Werthaltigkeit erzielt. Es ist meine √úberzeugung, dass die sicherste Methode, in eine m√∂glichst werthaltige Sammlung zu investieren, darin besteht, sich mit hochwertigen Bedarfsbelegen zu befassen.

Briefmarkensammlung aufbauen

Damit sind nicht Belege mit den von Hause aus sehr teuren Postwertzeichen wie beispielsweise 5 Mark Schwarzaufdruck von Berlin oder ähnliche gemeint, sondern es geht eher darum, wie man aus den auch dem mittleren und kleinen Sammler erreichbaren Postwertzeichen eine Sammlung aufbauen kann, die wertmäßig Stabilität verspricht. Dies ist am ehesten möglich, wenn man versucht, die Sammlung orientiert am Michel-Briefe-Katalog aufzubauen. Doch diesen wird man letzten Endes klugerweise weit hinter sich lassen und zu vollkommen neuen Ufern aufbrechen. Was kann man demnach sammeln?

Ortsbrief der zweiten Gewichtsstufe vom 5. Juni 1951 ab Berlin SW11.

Als erstes w√§re hier selbstverst√§ndlich die Einzelfrankatur zu nennen. Nehmen wir das zum 100. Todestag von Albert Lortzing (*1801; ‚Ć1851) von der Deutschen Post Berlin herausgegebene Postwertzeichen, das eher zu den mittelpreisigen St√ľcken z√§hlt und mit einiger Geduld auf selteneren Belegen gesammelt werden kann.
Dabei ginge es nicht darum, die möglichst einfache Portostufe darzustellen, also den Fernbrief der ersten Gewichtsstufe, sondern einen Ortsbrief der zweiten Gewichtsstufe anzustreben, besser noch eine Auslands-Postkarte mit diesem Postwertzeichen zu suchen. In jedem Fall hätte man dann eine Wertstabilität erreicht, denn zumindest die Auslandspostkarte kann man als ein philatelistisches Kleinod einstufen. Schätzungsweise kommt auf vielleicht 1000 angebotene Inlandsbriefe mit einer 20 Pfennig-Marke der 50er-Jahre maximal eine entsprechend frankierte Auslandspostkarte.
Die zweite Kategorie ist selbstverst√§ndlich die Mischfrankatur. Bei dieser Frankatur kommt es jedoch nicht darauf an, nur die gew√§hlte Marke in Kombination mit allen m√∂glichen anderen anzustreben, sondern das Gegenteil ist der Fall: Es sollten Belege gesucht werden, auf denen sich ein Maximum des gew√ľnschten Postwertzeichens befindet und dies in Kombination mit m√∂glichstwenigen anderen Postwertzeichen. Je h√∂her die Zahl der Exemplare, die sich auf einem Beleg befindet, desto gr√∂√üer die Seltenheit und desto h√∂her auch die Bewertung, was zugleich bedeutet, dass die Stabilit√§t des Wertes umso gr√∂√üer ist.

Porto festlegen

Mehrfachfrankatur auf einem Fernbrief der ersten Gewichtsstufe per Einschreiben vom 9. Juni 1951 ab Berlin-Neukölln 3.

Schlie√ülich r√ľckt die beliebte Mehrfach-Frankatur in den Fokus. Bei einem Postwertzeichen zu 20 Pfennig ginge es dann nat√ľrlich nicht darum, den Fernbrief der zweiten Stufe mit 40 Pfennig¬†darzustellen, sondern eher Portostufen zu suchen wie beispielsweise die Auslands-Luftpostkarte zu 40 Pfennig, das Einschreiben zu 60 Pfennig, den Auslands-Luftpostbrief bis f√ľnf Gramm zu 60 Pfennig, den Inlands-Eilbrief zu 80, den Auslands-Luftpostbrief zu 80 Pfennig und so weiter. Mit etwas Phantasie kann man die Portotabellen des Kataloges durchschauen und kann sehr schnell, vor allem auch im Vergleich mit den Auktionsergebnissen, ein Gesp√ľr daf√ľr erlangen, was wirklich selten, wenn auch nicht unbedingt sehr teuer ist.

–> Fortsetzung folgt

Text: Professor Dr. Reinhard Kr√ľger


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Authored by: Stefan Liebig

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