Professor Dr. Reinhard Krüger 1951–2018

Professor Dr. Reinhard Krüger 1951–2018

Den großformatigen Mao-Marken der DDR von 1951 war die jüngste Folge der Serie „Stabile Werte“ gewidmet. Die Korrekturfahne durfte er noch prüfen, das Erscheinen des BMS 7/18 nicht mehr erleben. Am 22. Juni verstarb Professor Dr. Reinhard Krüger unerwartet in Berlin.
Der Bedarfsbriefphilatelie hatte er sich bereits früh verschrieben. Nach ersten Schritten in der Kindheit hatte Krüger, geboren am 30. April 1951, erkannt, dass die Philatelie mehr bietet als das Aneinanderreihen von Briefmarken nach Kataloghaupt- und -unternummern. Den nationalsozialistischen Terror arbeitete er anhand der Briefe und anderer Dokumente der Opfer des Regimes auf, außerdem Österreichs Postgeschichte während der Jahre von 1938 bis 1945. Intensiv widmete er sich der Entwicklung der Telegrafie einschließlich der Ozeanbriefe, der Geschichte der Rohrpost weltweit und der Zensurpost. Sein besonderes Interesse galt der Integration der Philatelie in die wissenschaftliche Forschung und Dokumentation.
Über die Ergebnisse seiner Untersuchungen publizierte der Romanist in der Fachpresse und legte eine stolze Zahl Bücher vor. Dabei gelang es ihm, mit ausdrucksstarken Belegen für das jeweilige Sujet zu werben und auch Leser in seinen Bann zu ziehen, die sich gewöhnlich anderen Gebieten widmeten. Seine philatelistischen Forschungen rückte er in den allgemeinen geschichtlichen und gesellschaftlichen Kontext und akzeptierte, dass die Positionen, die er bezog, nicht immer allgemeine Zustimmung wachriefen. Nicht mehr vergönnt war es ihm, seine Erlebnisse aus den Jahren vor und nach dem Bau der Berliner Mauer zu veröffentlichen. Erzählen konnte er davon, als sei alles gestern geschehen.
Der plötzliche Tod Professor Dr. Reinhard Krügers erschüttert die BMS-Redaktion zutiefst. Seine vorliegenden Artikel werden wir nach und nach veröffentlichen.


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Verfasst von: Torsten Berndt

Es gibt einen Kommentar zu diesem Beitrag.
  1. Günter feustel at 16:55

    Mit Bestürzung habe ich eben den Artikel des BMS im Facebook gelesen. Die Nachricht schlug bei mir und ich denke auch bei meinen Preisrichterkollegen wie eine Bombe ein. Welch ein Verlust für uns, hat er doch erst vor ein paar Tagen als Jurymitglied zur Briefmarkenausstellung BARNIMPHILA 2018 mit seinem Wissen sehr zur Findung der gerechten Bewertungen in der Jury beigetragen. Auch wenn er noch als Eleve für Literatur tätig war, wollte er doch auch die Postgeschichte angreifen um sein Wissen dort als Eleve einzubringen.
    Gern gedenken wir ihm und werden ihn in unserer Erinnerung behalten.

    Im Namen die Mitglieder der Jurygruppe zur Ausstellung BARNIMPHILA 2018

    Günter Feustel
    Juryvorsitzender

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