Briefmarke des Monats: Tetinger Verein plant Tag der Briefmarke

Briefmarke des Monats: Tetinger Verein plant Tag der Briefmarke

Auf der Suche nach Attraktionen und Kuriosem werden heute inflationär zahlreiche Gedenktage ausgerufen. Ein US-Pastor aus Michigan wollte Menschen einander näher bringen und rief vor gut dreißig Jahren für den 21. Januar zum Weltknuddeltag auf. Auf das Datum kam er, indem er die Mitte des Zeitraums zwischen den Tag der Liebe (Weihnachten) und dem Tag der Liebenden (Valentinstag) wählte. 1984 proklamierte US-Präsident Ronald Reagan erstmals am 6. März den Tag der Tiefkühlkost und am 9. Mai, dem Tag der verlorenen Socke, können verwaiste Einzelsocken zu neuen Paaren kombiniert werden.

140 Länder feiern Tag der Briefmarke

Vor 80 Jahren war der Anlass der Gedenktage noch ernsthafter. Die Idee zu einem Tag der Briefmarke stammt von Hans von Rudolphi (1884–1944), einem Philatelisten aus Halle an der Saale. Seine Anregung fand internationale Akzeptanz. Auf einem internationalen Philatelisten-Kongress am 29. August 1936 in Luxemburg wurde den Mitgliedern empfohlen, jährlich einen Festtag der Briefmarkensammler zu veranstalten. Bereits 1935 wurde erstmals in Österreich der Tag der Briefmarke begangen, einen Monat später, am 7. Januar, dem Geburtstag von Heinrich von Stephan, dem Mitbegründer des Weltpostvereins, wurde auch in Deutschland gefeiert. Seither fand der Tag der Briefmarke in über 140 Ländern statt, oft bot er Anlass zur Ausgabe von eigenen Briefmarken oder Sonderstempeln.

Gestaltungsmöglichkeiten für Vereine

Bislang hat die Luxemburger Post keine Marken zum jährlichen Tag der Briefmarke herausgegeben. „Seit diesem Jahr kann der lokale Briefmarkenverein, welcher den nationalen Tag der Briefmarke in Luxemburg organisiert, eigenständig das Thema der Marke bestimmen“, erläutert Emile Espen, Leiter des philatelistischen Dienstes der Luxemburger Post. „Die Philatelie Abteilung der Post kümmert sich um die graphische Umsetzung.“

Bremsstation für Erz-Förderwagen

Der erste Verein der von diesem Angebot profitiert, ist der „Cercle Philatélique Tétange“. Ein Verein mit Sitz in Tetingen im Süden Luxemburgs, einer Gegend, in welcher Anfang des 20. Jahrhunderts intensiv Eisenerz abgebaut wurde. So drängte sich dem Tetinger Verein das Markenthema förmlich auf. Mit Unterstützung der Gemeindeverwaltung wurde erfolgreich nach historischem Bildmaterial gesucht.
Ein Foto wurde als Markenmotiv ausgewählt, es zeigt anschaulich eine sogenannte Bremsstation. Die mit Erz beladenen Förderwagen wurden an einer Seilvorrichtung zunächst gezogen und am Ende gebremst. Dieses System scheint in Tetingen entwickelt worden zu sein. Die Marke mit dem Förderband wird am 18. September verausgabt, sie ist unsere Briefmarke des Monats September.

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Die „Briefmarke des Monats“ ist eine Beitragsreihe in der Printausgabe des BRIEFMARKEN SPIEGEL, die wir auch online präsentieren. Jeden Monat stellen wir eine neue Briefmarke oder einen neuen Block vor. Die aktuelle Neuausgabe wurde in der Ausgabe 9/2018 vorgestellt, die seit 31. August 2018 im Handel erworben werden kann. Abonnenten erhalten das aktuelle Heft immer ein paar Tage vor dem Erstverkaufstag direkt in den Briefkasten und sparen dabei noch Geld.


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Verfasst von: Kai Böhne

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