Briefmarke des Monats: Plätzchen, Strohsterne und Glaskugeln

Briefmarke des Monats: Plätzchen, Strohsterne und Glaskugeln

Über den genauen Ursprung des Brauchs, zur Weihnachtszeit einen geschmückten Nadelbaum in der Wohnung aufzustellen, sind sich Kulturwissenschaftler nicht einig. Im 17. und 18. Jahrhundert verbreitete sich der Brauch mit dem geschmückten Baum in deutschen Städten, aber noch nicht in ländlichen Regionen, schrieb die Ethnologin Ingeborg Weber-Kellermann in ihrem Standardwerk über das Weihnachtsfest. Im 19. Jahrhundert verbreitete sich die Tradition dann rasch in mehreren Ländern.

Weber-Kellermann verwies auf eine Bremer Zunftchronik aus dem Jahre 1570. Demnach wurde im Zunfthaus ein kleiner Tannenbaum aufgestellt, der mit Äpfeln, Nüssen, Datteln, Brezeln und Papierblumen geschmückt wurde. Die Kinder der Zunftgenossen durften zu Weihnachten die Leckereien aufessen.

Lametta und Glaskugeln beliebt

Zunächst bestand der Christbaumschmuck aus Naturmaterialien: Wachskerzen, Äpfeln, Trockenfrüchten, Keksen und Konfekt. Im späten 19. Jahrhundert wurden die ersten Sterne und Figuren aus Holz, Stroh und Papier hergestellt. Zu Beginn des 20. Jahrhunderts stieg das Angebot an Baumschmuck, besonders Lametta und Glaskugeln waren beliebt.

Die besinnliche Weihnachtsstimmung hat Theodor Storm in seinem Gedicht Weihnachtslied einfühlsam eingefangen: „Vom Himmel in die tiefsten Klüfte ein milder Stern herniederlacht. Vom Tannenwalde steigen Düfte ­und hauchen durch die Winterlüfte, und kerzenhelle wird die Nacht.“

Der Stern von Bethlehem war ein astronomisches Ereignis, das laut Schilderung im Matthäusevangelium den Weisen aus dem Morgenland den Weg zur Geburt Jesu Christi wies. Als christliches Symbol wird der Weihnachtsstern in der Weihnachtszeit vielfach in Wohnungen aufgehängt, oft ziert er auch die Spitze des Weihnachtsbaums. Auch das Herz ist in heute in Åland ein beliebter Baumschmuck.

Die auf Åland geborene und in Stockholm lebende Künstlerin Emelie Bang hat bereits mehrere Briefmarken entworfen. Nach 2014 hat sie 2018 erneut die åländischen Weihnachtsmotive gestaltet. Der funkelnde Baumschmuck wurde durch einen Hologrammdruck veredelt.

Die beiden Postwertzeichen Världen und Julpost sind unsere Marken des Monats Oktober, sie werden ab dem 9. Oktober ausgegeben. Mit dem Sternmotiv Världen kann ein 20 Gramm-Prioritätsbrief nach Übersee frankiert werden. Das Herzmotiv Julpost ist für Weihnachtsgrüße innerhalb Ålands sowie nach Finnland und Schweden in den Monaten November und Dezember gedacht.

Serie im gedruckten BMS

Die „Briefmarke des Monats“ ist eine Beitragsreihe in der Printausgabe des BRIEFMARKEN SPIEGEL, die wir auch online präsentieren. Jeden Monat stellen wir eine neue Briefmarke oder einen neuen Block vor. Die aktuelle Neuausgabe wurde in der Ausgabe 10/2018 vorgestellt, die seit 28. September 2018 im Handel erworben werden kann. Abonnenten erhalten das aktuelle Heft immer ein paar Tage vor dem Erstverkaufstag direkt in den Briefkasten und sparen dabei noch Geld.


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Verfasst von: Kai Böhne

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