Grüße aus Rübezahls Reich

Grüße aus Rübezahls Reich

Das Riesengebirge ist natürlich weit mehr als Rübezahls Reich. Die Auftaktseiten widmete Horst Teichmann – BMS-Lesern brauchen wir ihn wohl kaum vorzustellen – denn auch der Sagengestalt, ehe er ab Seite 18 mehr die Geschichte des Riesengebirges und weniger Geschichten aus dem Riesengebirge reflektiert. Wir lernen einen Landstrich kennen, der noch über weite Teile des Mittelalters praktisch unbesiedelt war. Claudius Ptolemäus hatte das Riesengebirge zwar um 150 beschrieben und als „Suodeta Ore“, also Wildschweingebirge bezeichnet – davon ist der Begriff der Sudeten abgeleitet. Simon Hüttel sprach dann 1549 in der Trautenauer Chronik vom „Riesengebirge“, doch ist in frühen Aufzeichnungen auch vom „Schneegebirge“ die Rede. Letztere Bezeichnung verdeutlicht indirekt, weshalb sich Menschen erst verhältnismäßig spät ansiedelten.
Kurze, warme Sommer und strenge, lange Winter bei schnell wechselnden Wetterlagen sind auch heute nichts für zarte Nerven. Eine recht kurze Vegetationsperiode schränkt die Möglichkeiten zu Ackerbau und Viehhaltung stark ein. Erst der Bergbau und die Glasherstellung bescherten dem Riesengebirge im 13. bis 15. Jahrhundert den ersten Aufschwung, der zur Entwaldung großer Flächen führte. Der im 19. Jahrhundert aufkommende Fremdenverkehr entdeckte das Riesengebirge rasch. Wenig später folgten die Hersteller der Ansichtskarten.

Horst Teichmann lässt die vielfältigen Motive sprechen. Kurze Bildlegenden geben die nötigen Informationen zur Einordnung, wobei der Begriff „alte Ansichtskarten“ recht weit gefasst ist. Auch einige Karten aus den Tagen der DDR hielten in den attraktiven Band Einzug. Natürlich dachte Teichmann auch an die Philatelisten und zeigt neben dem einen oder anderen Ganzstück reichlich Brief- und Kartenausschnitte mit Tagesstempeln nebst vor allem nichtpostalischen Nebenstempeln. Landkarten, Auszüge aus dem Kursbuch der Bahn und historische Inserate ergänzen die philokartistischen und philatelistischen Abbildungen. Der in bewährter Qualität der Morgana-Edition hergestellte Band präsentiert das Riesengebirge aus verschiedenen Perspektiven und lädt zum Besuch ein. Horst Teichmann gelang ein großer Wurf.

Horst Teichmann: Grüße aus Rübezahls Reich. Das Riesengebirge auf alten Ansichskarten. 238 Seiten, rund 200 Farbabbildungen, Format 16,5 x 24 cm, broschiert. Preis: 29,50 Euro. Erhältlich im Philapress-Vertrieb, shop.philapress. de. Kontakt: Morgana-Edition, Peter N. Morgen, Am Dorfanger 11, 12529 Schönefeld, Tel. 030 / 32891293, petermorgen @morgana-edition.de,www.morgana-edition.de. tb


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Authored by: Torsten Berndt

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