Moderne Privatpost

Moderne Privatpost

Seit der formellen Liberalisierung des Postmarktes in Deutschland im Jahr 1998 ist es auch neuen privaten Postdienstleistern möglich, Briefe zu befördern und eigene Briefmarken herauszugeben. Die Tarife für die Briefbeförderung sowie gegebenenfalls Zusatzdienste liegen dabei immer um einige Cent unter denen der Deutschen Post. Hauptzielgruppe sind vor allem Geschäftskunden, da von diesen ein großes Volumen an Postsendungen zu erwarten ist.

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Ergänzung für die „Leuchtturm“-Serie der Deutschen Post: Die Citipost Nordsee zeigt auf ihren Briefmarken Leuchttürme der Region.

Neues Sammelgebiet

Für auf Deutschland spezialisierte Philatelisten eröffnete sich damit das neue Sammelgebiet „Moderne Privatpost“. Letzteres in Abgrenzung zu den deutschen Privatpostmarken, die bis zum 1. April 1900 in Verwendung waren.

Neben häufig verwendeten Labeln und Stempeln geben die meisten, wenn nicht alle, privaten Postdienstleister eigene Briefmarken heraus. Die Häufigkeit der Ausgaben variiert von einem zum anderen Anbieter ebenso wie die Motive auf den Marken. Diese greifen oft regionale Themen auf, die es, abgesehen von Briefmarken Individuell, niemals auf eine Ausgabe der Deutschen Post schaffen würden. Zu nennen sind unter anderem Sportereignisse, Messen, Bauwerke, Kooperationen mit Unternehmen, historische Ereignisse, Kulturdenkmäler, Jubiläen. Für Thematiker und heimatkundlich interessierte Sammler sind Ausgaben der Privatpost daher oft interessant.

Darüber hinaus haben mehrere private Postdienstleister Foto- und Malwettbewerbe in der von ihnen bedienten Region durchgeführt und die gelungensten Werke anschließend für Briefmarkenmotive verwendet. Diese Idee hat die Deutsche Post erst jüngst mit einem Malwettbewerb zum Thema Klimaschutz erstmals aufgegriffen.

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Kleinbogen der LVZ Post Leipzig zur 25. Ausgabe der Messe „modell- hobby-spiel“ auf dem Gelände der Leipziger Messe im Oktober 2021.

Berichterstattung schwierig

Dank der zahlreichen privaten Postdienstleister und deren sehr unterschiedlich ausgeprägter Motivation, die eigenen Briefmarken überregional bekannt zu machen, ist eine regelmäßige Berichterstattung schwierig. Manche reagieren auf Anfragen der BMS-Redaktion gar nicht erst.

Wer sich intensiver mit diesem interessanten Sammelgebiet befassen möchte, sollte sich an die Arbeitsgemeinschaft Privatpost-Merkur wenden; Internet siehe www.privatpost-merkur.de. Diese ArGe gibt jährlich mehrere Ausgaben der Zeitschrift „Merkur Briefe“ heraus mit lesenswerten Fachaufsätzen sowie einem Katalog neuer Briefmarken privater Postdienstleister. Kontakt: Thomas Burger, Lützner Straße 124, 04179 Leipzig.
Eine hilfreiche Informationsquelle für neue Privatpostmarken ist zudem der entsprechende Bereich auf der Website der Briefmarkenwelt Geier; siehe dazu auch den Beitrag „Briefmarkenwelt“ in der BMS-Ausgabe 12/2021 auf Seite 19.

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Privatpost-Ersttagsbeleg bei Briefmarkenwelt Geier: Gemeinschaftsausgabe von MZZ Briefdienst Halle/Saale und biber post Magdeburg zum „Tag der deutschen Einheit“ mit Ersttags-Tagesstempeln.

Dokumentationen

Zu erwähnen sind schließlich die von Detlef Enke seit 2012 herausgegebenen Kataloge und Dokumentationen über verschiedene private Postdienstleister und deren Ausgaben. Diese Werke sind in den philatelistischen Bibliotheken vertreten und teilweise noch direkt beim Herausgeber erhältlich.

Kontakt: Detlef Enke, Meineckestraße 16, 99092 Erfurt.


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Authored by: Harald Kuhl

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